Mit Sportangeboten zur Integration auf Augenhöhe

Von: Peter Schopp
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Die integrative Kraft des Sports: Im Rahmen von „Starring“ spielten Flüchtlinge auf dem Kunstrasenplatz an der Vaalser Straße mit studentischen Freunden. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Manch alteingesessener Fußballverein wäre über eine solch große Trainingsbeteiligung froh: 40 bis 50 junge Leute tummeln sich jeden Freitag ab 14 Uhr über den Kunstrasenplatz an der Vaalserstraße, auf dem im wahren Sportalltag die Mannschaften der Westwacht ihrem Hobby nachgehen.

Doch an diesem Termin gehört das Kunst-Grün Aachener Studenten und Flüchtlingen, die dem runden Leder nachjagen wollen. „Unsere Idee besteht darin, den Geflüchteten Integration auf Augenhöhe zu ermöglichen“, erklärt Felix Mohrschladt.

Er ist mit einigen anderen Studierenden tätig geworden, weil sie bei dieser Aufgabe mithelfen wollen und hat die Initiative „Starring“ (STudents And Refugees foR Integration in Germany) gegründet Das bedeutet im Klartext: Das Sportangebot in den verschiedenen Flüchtlingsunterkünften publik zu machen, die Menschen direkt anzusprechen und zu begeistern, am Trainingstag vor Ort abzuholen und auch wieder nach Hause zu bringen.

Zwischendurch gibt es Sport, in diesem Fall Fußball. „Wir von der Stadt Aachen haben uns selbstverständlich bereit erklärt, Sportanlagen, die nicht belegt sind, für Starring kostenlos freizugeben“, ist Karlheinz Welters vom Fachbereich Sport der Stadt Aachen von Beginn an vom Enthusiasmus der Studierenden begeistert.

Nach ersten Gesprächen im Februar finden seit Anfang Mai regelmäßig Übungseinheiten statt. Freitags wird ab 14 Uhr auf dem Sportplatz Vaalserstraße Fußball gespielt, und montags zwischen 16 und 17 Uhr trifft man sich in der Turnhalle Minoritenstraße. Dort finden dann Einheiten zu Fitness, Ausdauer und Krafttraining statt.

Nebenbei gibt es bei „Starring“ noch sogenannte „Eins zu Eins“ Partnerschaften. Hier stehen dann alltägliche Unternehmungen wie gemeinsames Kochen, Ausflüge, Kinobesuche oder Ähnliches auf der Agenda, ganz nach Geschmack der Beteiligten. „Die Menschen müssen in unsere Mitte geholt werden“, ist auch Hans-Joachim Geupel von der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen Anhänger der „Starring“-Idee.

Sein Verein stellt die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Initiative zur Verfügung, hier werden die notwendigen finanziellen Grundlagen geschaffen und verwaltet sowie Geldspenden entgegengenommen. Außerdem ist der AStA Aachen tatkräftig mit an Bord. Bei der studentischen Interessenvertretung würde man sich für die Zukunft noch über Spenden von Trainingsbekleidung freuen. Fußball- oder Sportschuhe aller Art fehlen genauso wie Hosen und T-Shirts. Im Sekretariat am Pontwall 3 können Dinge von Montag bis Freitag zwischen 10 und 14 Uhr abgegeben werden.

Die „Starring“-Verantwortlichen möchten ihr Angebot in naher Zukunft weiter ausbauen. In Planung ist bereits ein Fototraining, verbunden mit Spaziergängen, auf denen Aachener und Nicht-Aachener ihre Eindrücke aufnehmen und zu gegebener Zeit ausstellen können. Für den Moment ist das Projekt prima angelaufen, die Anzahl der Spieler auf dem Platz spricht an diesem Tag eine deutliche Sprache.

„Wir haben bei allen Terminen ungefähr doppelt so viele Flüchtlinge wie Studenten“, ist auch für den „Starring“-Fußballorganisator Merten Wothge der Erfolg klar. Und er hält gleichzeitig die Tür für weitere Interessenten offen: „Wer bei uns mitmachen möchte, muss nicht zwingend Student sein. Wir freuen uns über jeden, der unsere Idee der Hilfe mitträgt.“

Die Protagonisten möchten nicht als Konkurrenz zu normalen Sportvereinen missverstanden werden. Im Gegenteil: „Wir haben hier auch schon Beobachter von Fußballvereinen gesehen, die mit Flüchtlingen nach guten Trainingseindrücken etwas intensiver gesprochen haben“, schmunzelt Wothge.

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