Mit reichlich Rückenwind ins Bundesfinale

Von: Stefan Herrmann
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"Energie neu denken" Mit seiner selbstentwickelten Windkraftanlage hat es der Schüler Jurijs Rubenciks bis ins Bundesfinale des Schülerwettbewerbs der Siemens-Stiftung geschafft. Das freut auch Lehrer Andreas Kral. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Mit seiner Idee ist Jurijs Rubenciks nun bis ins Bundesfinale gestürmt: Der 16-jährige Schüler des Couven-Gymnasiums hat eine Windkraftanlage geplant und gebaut, die selbst Experten für regenerative Energien ins Staunen versetzt.

Der Lohn: Am letzten Märzwochenende reist der Jugendliche für drei Tage nach Berlin und präsentiert dort einer Fachjury sein innovatives Projekt in Sachen „Energie neu denken!“. Unter diesem Motto steht der renommierte Schülerwettbewerb in diesem Jahr. Jurijs geht selbstbewusst in die Endrunde: „Dort zu gewinnen, wäre einfach traumhaft für mich“, sagt er. Angefangen hat Jurijs‘ Höhenflug schon viel früher. Genauer gesagt: Vor zehn Jahren in Riga.

„Mein Opa ist der Anstifter für all das“, erzählt der gebürtige Lette. Zum Geburtstag bekam er von seinem Großvater damals ein Modellflugzeug geschenkt. Der kleine Jurijs war von Beginn an fasziniert. Das Zusammenspiel von Aerodynamik und Maschinen – schnell entwickelte der Junge einen Sinn für die Ingenieurskunst hinter der Modellflugzeugfassade. Das Interesse ist bis heute geblieben. Mehr noch: Für Jurijs ist es zur Leidenschaft geworden.

Um seinem Traum ein Stück näher zu kommen, formulierte er ein erstes Ziel: Ich möchte nach Deutschland ziehen! Seine Mutter unterstützte die Pläne. Drei Jahre lang lernte Jurijs in Riga am Goethe-Institut Deutsch. Seit anderthalb Jahren wohnen er und seine Mutter nun in Aachen. Von den Klassenzimmern des Kaiser-Karls-Gymnasium (KKG) aus – dort besucht Jurijs Rubenciks den Physik-Leistungskurs – blickt der 16-Jährige bereits mehrmals in der Woche auf die nahen RWTH-Gebäude.

Dort möchte er in gut anderthalb Jahren ein Maschinenbau-Studium beginnen. „Das war immer mein Ziel“, sagt der ausgeglichene junge Mann. „Die RWTH hat einen ausgezeichneten Ruf. Davon hatte ich schon in Lettland gehört.“ Doch zurück zur Schule: Dort am KKG kam Lehrer Andreas Kral im Herbst mit dem Angebot an seine Schüler, an dem Jungwissenschaftler-Wettbewerb teilzunehmen. Jurijs war direkt Feuer und Flamme, machte sich sogleich ans Werk und hatte schon nach wenigen Wochen ein erstes Konzept erarbeitet.

Doch was ist das Besondere an Jurijs Windkraftanlage? Zum einen ist sie sozusagen mit einem Radius von 360 Grad einsetzbar – der Wind kann von allen Richtungen in sie hineinblasen. Sie ist kostengünstig, da der Schüler größtenteils Alltagsmaterialien verwendet hat, die nicht allzu sehr ins Portemonnaie greifen. Die wirkliche Innovation steckt aber in den Schaufeln, in die der Wind bläst, und die letztlich den Generator antreiben.

Hierfür hat Jurijs zahlreiche bereits existierende Patente für aerodynamische Schaufeln/Flügel studiert und anschließend optimiert. „Ich hätte nicht gedacht, dass ein einzelner Schüler das komplett alleine auf höchstem wissenschaftlichen Niveau entwickeln und konstruieren kann“, staunte Physiklehrer Kral nicht schlecht, als er das funktionsfähige Modell das erste Mal in Betrieb sah.

Nun winken 20.000 Euro

Jurijs Rubenciks ließ seine Anlage sogar im Windkanal des Instituts für Industrieaerodynamik der FH Aachen testen, um noch einige Prozent Effizienz mehr herauszukitzeln. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und wird haufenweise gewürdigt. Im regionalen Vorentscheid schaffte der Aachener Schüler mit zwei anderen Teams den Sprung ins Bundesfinale.

Schon dafür gab es 2500 Euro für Jurijs‘ Engagement sowie 1500 Euro für das betreuende KKG. Sollte der Nachwuchswissenschaftler sogar in Berlin gewinnen, winken unglaubliche 20.000 Euro zur Verwendung von Studienzwecken.

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