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Mit Peters explodiert die Abschleppquote

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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Liebesgrüße vom Ordnungsamt: Wer seine Parkzeit überschreitet, der findet einen gelben Zettel unter dem Scheibenwischer.

Aachen. So viel haben Parksünder in Aachen noch nie geblecht: 256.981 Knöllchen spülten im Jahr 2013 stattliche 3,9 Millionen Euro in die Stadtkasse. Das sind 300.000 Euro mehr als 2012, obwohl die Politessen knapp 30.000 gelbe Zettel weniger hinter Scheibenwischer klemmten.

Die Gründe: „Einerseits kostet das billigste Knöllchen seit April nicht mehr fünf, sondern zehn Euro“, erklärt Ordnungsamtschef Detlev Fröhlke auf AZ-Anfrage. „Andererseits riskieren deswegen offenbar weniger Autofahrer, ihr Fahrzeug ohne Parkschein an den Straßenrand zu stellen“, sagt er. Was weitere Höchsteinnahmen bescherte: 3,7 Millionen Euro landeten 2013 in den Parkscheinautomaten – macht unterm Strich 400.000 Euro mehr als im Vorjahr, fast eine Million mehr als 2011 und mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2000 (1,7 Mio).

Damals, vor 14 Jahren, nahmen Ordnungskräfte und Abschlepper auch deutlich weniger Autos an den Haken: nämlich 2902. Vergangenes Jahr fuhr das von der Stadt beauftragte Unternehmen Peters mit 5270 abgeschleppten Pkw einen historischen Rekord ein. Seitdem Peters 2011 den Abschleppauftrag von der Firma Strang übernahm, wachsen die Zahlen ständig. Nach 3795 abgeschleppten Karossen im Jahr 2010 entspricht das mittlerweile einer Steigerung um 39 Prozent. Zufall oder nicht: Um 36 Prozent sanken nach dem Firmenwechsel die reinen Abschleppkosten pro Pkw-Halter – von 123 auf 79,73 Euro (plus mindestens 4,17 Euro Standgebühr sowie an die Stadtkasse 50 Euro Verwaltungsgebühr plus Bußgeld). So flossen 2013 über 440.000 Euro nur in Peters‘ Kassen – fast genauso viel wie Strang damals mit weniger Abschleppmaßnahmen erzielte.

Dass die Abschleppquote allein in den vergangenen zwölf Monaten um elf Prozent (518 Autos mehr) geklettert ist, führt Fröhlke auf den verschärften Parkdruck in der Innenstadt zurück. Während früher in erster Linie Feuerwehrzufahrten und unberechtigt blockierte Behindertenparkplätze – „Da kennen wir kein Pardon“ – freigeschleppt wurden, müssen neuerdings auch Dauerparker ohne oder mit abgelaufenem Parkticket in Bewohnerparkzonen mit dem Abtransport rechnen. „Bei uns beschweren sich jede Woche 30 bis 40 Bürger über Langzeitfalschparker vor ihrer Haustüre“, erläutert Fröhlke. Anwohner und Kurzzeitparker seien die Leidtragenden. „Wenn der Parkdruck hoch ist und alle Parkplätze in dem Bereich besetzt sind, schleppen wir ab“, warnt er. Voraussetzung: Das Auto muss über drei Stunden ohne gültigen Parkschein abgestellt sein. Dank Smartphone-Technik fällt den derzeit 78 Überwachungskräften der Nachweis leicht. Im Visier habe man vor allem die Bewohnerpark-Areale „G“, „L“ und „R“. Weitere Abschleppgründe: sichtbehinderndes Parken zu nah an Einmündungen, Behindern der Müllabfuhr, Missachtung temporärer Halteverbote an Baustellen, bei Umzügen und zuletzt häufig an Drehorten zugereister Filmproduktionen, denen Aachen 2013 sündhaft viel Parkraum überließ.

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