Mit „Lulu” soll es Kindern besser gehen

Von: André Schaefer
Letzte Aktualisierung:
therapeut-bu
Bei Pferdchen „Lulu” sollen die Kinder sich geborgen fühlen. Es freuen sich über das neue Tier im „Maria im Tann” (v.l.): Lu und Walter Scheins, Stefan und Annika Küpper. Foto: Kurth Bauer

Aachen. Und dann ist Waltrud Scheins an der Reihe, die ebenfalls auf dem vierjährigen Kaltblut-Mix Platz nehmen soll. „Ein tolles Gefühl”, sagt sie, während das junge Pferd sie im Kreis trabend trägt. Vielleicht ist es auch deswegen ein tolles Gefühl, weil es sich bei „Lulu” keineswegs um ein „normales” Pferd handelt.

Denn Lulu ist eine Spezialistin für therapeutische und tiergestützte Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Die Aachener Lu-Scheins-Stiftung überreichte dem Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Maria im Tann nun offiziell das junge Therapiepferd, das sein Zuhause am Hof Straeten in Schleckheim gefunden hat.

Die beiden Stifter Hans-Ludwig und Waltrud Scheins sind an diesem Tag beide gekommen, um mit Spannung auf ihr Geschenk zu schauen, das im Hintergrund von den Therapeuten und Kindern liebevoll gepflegt und gesattelt wird.

Und liebevoll geht es auch zu, als das Pferd mit den Kindern obendrauf seine kleinen Runden zieht. „Eine sehr emotionale Atmosphäre zwischen Mensch und Tier”, findet Hans-Ludwig Scheins, der die Stiftung Ende 2002 anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums seines Chemiehandelshauses Scheins gründete. Damit wollt er zum einen zum Erhalt des Aachener Doms beizutragen und zum anderen hilfsbedürftige Kinder unterstützen.

„Wir freuen uns sehr darüber, dieses Pferd für unsere therapeutische Arbeit im âMaria im TannÔ zu erhalten. Wir sehen das als ein echtes Geschenk an, das wir zu schätzen wissen. Die Anschaffung eines Therapiepferds ist angesichts der äußerst niedrigen Zuschüsse ohne Spenden kaum realisierbar”, sagt Stefan Küpper, Geschäftsführer von Maria im Tann. Die Anschaffung lohnt sich, auch wegen des großen Bedarfs an therapeutischer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. 15 Kinder, größtenteils mit einer schwierigen Vergangenheit, nehmen - verteilt an vier Wochentagen - das spezielle Förderungsangebot an, das von vier ausgebildeten Therapeuten geleitet wird.

Eine von ihnen ist Tilla Rasche: „Therapeutisches Reiten ist in der Regel sehr breit gefächert. Hilft es beispielweise gegen Verspannungen oder Haltungsschäden, so spielt bei unserer Arbeit mit den Kindern besonders der Aspekt, sich geborgen zu fühlen, eine wichtige Rolle. Auf jede Aktion des Kindes erfolgt eine Reaktion des Pferds. Das schafft sehr schnell eine enge Verbindung zum Tier”, erklärt Rasche.

Doch es ist nicht allein das Reiten an sich, das zur therapeutischen Arbeit dazugehört. „Auch das ganze Drumherum ist wichtig, angefangen beim Pflegen des Pferds bis hin zur eigenen Verantwortung, die man für das Tier übernimmt”, fügt Therapeutin Ute Mülligans hinzu.

Mit der Namenstaufung „Lulu”, die an die Lu-Scheins-Stiftung erinnern soll, waren am Ende im Übrigen nicht nur die Stifter zufrieden: Auch die Kinder waren begeistert.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert