Aachen - Mit „Erasmus“ das Abenteuer Aachen erleben

Mit „Erasmus“ das Abenteuer Aachen erleben

Von: Daniel Gerhards
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Leute Kennenlernen leicht gemacht: Dejan Parizov (l.), Patrick Scholz (Mitte) und Katja Sontag (r.) vom Studierendenforum Aegee sind gemeinsam mit den Austauschstudentinnen Léa Corre (2. v. l.) und Karin Longhi (2. v. r.) in Aachen unterwegs. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Als Léa Corre nach Aachen kam, stand sie vor einigen Problemen. Vor allem hatte die 22-jährige Studentin aus Frankreich zunächst kein eigenes Dach über dem Kopf. So – oder so ähnlich – beginnt der Auslandsaufenthalt für viele Studenten: Es fällt vielen zunächst schwer, sich in einer neuen Umgebung zurechtzufinden.

 Hilfe gibt es von der lokalen Erasmus-Gruppe des europäischen Studierendenforums Aegee. Sie unterstützt Studenten, die mit dem europäischen Austauschprogramm Erasmus nach Aachen kommen.

Mit ihrer Wohnung hatte Léa Corre Glück. Schon bevor ihr Auslandssemester begann, hatte sie ein Praktikum am Forschungszentrum Jülich gemacht und viele Aachener kennengelernt. „Ich habe eine Woche bei einem Freund übernachtet. Dann habe ich eine Wohnung gefunden“, sagt sie.

Dass die Studenten, die für ein oder zwei Semester aus einem anderen europäischen Land nach Aachen kommen, schnell Anschluss und Freunde finden, ist ein Hauptanliegen der Erasmus-Gruppe von Aegee. „Wir wollen eine soziale Struktur bieten“, sagt Patrick Scholz von Aegee. Ohne Hilfe könne man sich in der großen Masse der Studenten leicht verloren fühlen. „Wenn man zum Beispiel Maschinenbau studiert, kann es in einem Jahrgang, in dem sich schon Grüppchen gebildet haben, sehr anonym sein. Bei uns lernt man schnell Leute kennen“, sagt er.

Dazu teilt Aegee die Erasmus-Studenten in kleine Gruppen mit zehn bis 15 Leuten ein. Jede Gruppe hat zwei oder drei Tutoren, die den Neuankömmlingen zeigen, wo die wichtigsten Uni-Gebäude sind oder wo man Plätze zum Lernen findet. „Wir machen eine kleine Campus-Tour mit ihnen“, sagt Dejan Parizov von Aegee. Dazu gibt es Ausflüge, Partys oder Kneipentouren.

Kulturschätze im Blickpunkt

Feiern, das gehört für die Studenten eben dazu. Aber das ist längst nicht alles, was Aegee zu bieten hat: „Wir wollen auch Kultur vermitteln. Es wird ja nicht nur gefeiert in Aachen. Wir möchten den Erasmus-Studenten viel von der Stadt mitgeben. Davon haben sie mehr, als wenn nur gefeiert wird“, sagt Scholz. Auch Dom, Rathaus und Öcher Spezialitäten stehen auf dem Programm: Es gibt Führungen durch Aachen, eine Rallye durch die Stadt oder man besichtigt eine Printenbäckerei.

All das bedeutet für das Team von Aegee eine Menge Arbeit: Im vergangenen Wintersemester sind rund 350 Erasmus-Studenten nach Aachen gekommen. Zum neuen Semester werden im Laufe des kommenden Monats rund 100 eintrudeln. Dazu kommen etwa 50 Austauschstudenten aus anderen Erdteilen. Die will das Aegee-Team nun auch mit einbinden. Dafür gibt es rund 30 Betreuer. „Viele von diesen Leuten waren selber im Ausland und haben dort Aegee oder eine andere Organisation kennengelernt, und wollen dabei bleiben“, sagt Scholz. Wen das Fernweh einmal packe, der komme davon nicht mehr los.

Insgesamt findet Scholz, dass das Erasmus-Programm die Mobilität der Studenten in Europa erhöht: „Es gibt durch das Programm finanzielle und strukturelle Unterstützung – zum Beispiel dadurch, dass es Partnerhochschulen gibt.“ Das macht den Schritt ins Ausland für viele Studenten leichter. „Wenn man ohne das Programm ins Ausland geht, ist der Aufwand wesentlich größer“, sagt er.

Aber es läuft auch nicht alles rund. Eigentlich sollen die Leistungen, die im Ausland erbracht werden, auf das Studium an der Heimat-Uni angerechnet werden. „Die europaweite Anerkennung von Studienleistungen ist etwas problematisch“, sagt Katja Sontag von Aegee. Man müsse schon acht Monate bevor der Austausch beginnt, wissen, welche Vorlesungen man im Ausland belegen möchte. Léa Corre hat das alles im Voraus geregelt. Ihre Heimathochschule in Lille rechnet der Metallurgie-Studentin alle Kurse an, die sie an der RWTH belegt.

Aber, so sagt Katja Sontag, vielen gehe es gar nicht um die Anerkennung: „Einige nutzen auch die Zeit im Ausland, um sich einfach in eine Vorlesung zu setzen, die sie interessiert.“

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