Aachen - Mit einer Liste läuft es „wie am Schnürchen”

Mit einer Liste läuft es „wie am Schnürchen”

Von: Robert Baumann
Letzte Aktualisierung:
Kaufen ihre Geschenke gerne au
Kaufen ihre Geschenke gerne auf den letzten Drücker und wissen genau, was sie wollen: Elke Generet-Engels und ihr Mann Ralf. Foto: Steindl

Aachen. Eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete. Elke Generet-Engels ist gut vorbereitet. In der Hand hält sie einen weißen Zettel: Bücher, Tee, Gutscheine, Armband... Einige Notizen auf der langen Einkaufsliste sind bereits durchgestrichen. „Es läuft wie am Schnürchen”, sagt die Aachenerin und lacht.

„Gottseidank hat mein Mann Ralf Urlaub. Da kann er mir beim Tragen helfen”, scherzt die 50-jährige Schulrektorin.

Um zehn Uhr starten die beiden ihre Einkaufstour und stürzen sich in das Gedrängel der Fußgängerzonen. Von Hektik ist bei ihnen keine Spur. „Wir kaufen die Geschenke gerne auf die letzte Minute. Ich hatte vorher einfach keine Zeit. Für uns ist das kein Stress. Wir genießen das sogar”, sagt sie. Die Weihnachtspost, zusammen mit selbstgebackten Plätzchen, habe sie aber schon verschickt, versichert sie. Von Geschäft geht es zu Geschäft. Die Zahl der Einkaufstüten in den Händen der beiden steigt stetig. „Jetzt gehen wir erstmal Mittag essen, bis wir die zweite Shopping-Runde einläuten und die Liste weiter abarbeiten.”

Die Liste von Waltraud Weber ist deutlich kleiner. Sie hat das in diesem Jahr wohl beliebteste Weihnachtsgeschenk in ihrer Einkaufstüte verstaut: ein Smartphone. „Das hat sich mein 22-jähriger Sohn gewünscht. Der Herr hat seine Wünsche sehr spät geäußert, so dass ich nochmal schnell in die Stadt musste”, erklärt die 55-Jährige ihren Kauf einen Tag vor Heiligabend. „Alle anderen Geschenke habe ich in diesem Jahr schon sehr früh besorgt”, betont sie.

Andrang auch beim Metzger

Aber nicht nur Last-Minute-Käufe in Sachen Weihnachtsgeschenke stehen hoch im Kurs. Großen Andrang verzeichnen auch die Metzger. So reicht bei manchem Metzgerladen die Kundenschlange zeitweise sogar bis auf die Straße. „Jeder möchte einen frischen Braten in der Röhre haben. Deshalb kommen die Leute sehr kurzfristig. Beliebt sind traditionelle Gerichte wie Weißwürste, Gans, Ente oder Schmorbraten. Viele haben bereits im Vorfeld ihre Bestellungen aufgegeben”, erklärt Arnold Brach, Inhaber der Biometzgerei Brach am Dom.

„Wir haben sieben Hähnchenschenkel bestellt”, sagt Kundin Anita Hermanns und zeigt auf ihren Abholschein. „Wir feiern mit Enkel und Tochter, und der Schwiegersohn kocht. Damit alles schön saftig und lecker ist, holen wir das Geflügel erst jetzt ab”, sagt Anita Hermanns und freut sich mit ihrem Mann Helmut auf das Fest.

Bei Martin Conradi zu Hause ist bereits alles auf das Weihnachtsfest ausgerichtet. „Meine Frau ist eine Weihnachts-Fanatikerin. Bei uns ist die ganze Wohnung mit Weihnachtsmännern und Engeln dekoriert”, erzählt er. Was den Conradis allerdings noch fehlt, ist ein Weihnachtsbaum. „Ein Baum ist bei uns Tradition und gehört zum Fest dazu. Ich habe meiner Frau aber verboten, den Baum schon zwei Wochen im Voraus zu kaufen”, sagt Conradi. Und so greift er erst einen Tag vor dem heiligen Fest beim Weihnachtsbaumverkauf an der Josefskirche zu einer zwei Meter hohen Nordmanntanne. „Bis Sylvester ist das Ding aber wieder weg”, stellt er klar.

Feilschen beim Baumkauf

Für Weihnachtsbaum-Verkäufer Dirk Wirtz sind die Baumkäufe in „letzter Minute” erfahrungsgemäß schon Normalität. „Eine Woche vor Heiligabend zieht der Verkauf nochmal an. Gerade an den letzten zwei Tagen versuchen viele Menschen einen günstigen Baum zu ergattern, und viele wollen handeln”, erklärt Wirtz. Kurzentschlossene können bei ihm und anderen an Heiligabend noch bis Mittag einen Baum kaufen.

Über einen Weihnachtsbaum müssen sich Elke Generet-Engels und ihr Mann Ralf keine Gedanken mehr machen. Noch vor ihrem Weg in die Innenstadt machten die beiden Halt bei einem Stand und verfrachteten eine Tanne auf den Anhänger ihres Autos. Auf dem Zettel von Elke Generet-Engels ist eine letzte Notiz noch nicht durchgestrichen. „Jetzt nur noch das letzte Geschenk für meine Nichte, dann haben wir alles”, genießt die Schulleiterin auch den letzten Einkauf. Um sieben Uhr will sie mit ihrem Mann Ralf zu Hause sein. „Dann werden wir mit unserem neunjährigen Sohn Emanuel den Baum schmücken”, freut sie sich auf die anstehenden Festlichkeiten mit ihrer Familie.
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