Mit Drogen-Taxi Stoff in Aachen ausgeliefert

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Mit privaten PKW oder mit den Wagen eines Taxi-Dienstes aus dem Aachener Ostviertel waren Ende 2013 Mitglieder der damals noch nicht verbotenen Vereinigung des Rockerclubs Satudarah MC unterwegs, um das komplette Stadtgebiet Aachens mit Marihuana zu versorgen.

Die Truppe um den Chef der gewalttätigen und inzwischen verbotenen Rockergruppierung hatte damals eine „Kerkrade-Connection“ aktiviert. Man schaffte aus dem niederländischen Grenzort, so hieß es am Donnerstag vor der 2. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht, wöchentlich etwas mehr als ein Kilogramm Marihuana nach Aachen und verkauft den Stoff dort weiter.

Die konspirativen Wohnungen lagen am Anfang der Stolberger Straße nahe der Josefskirche, am Adalbertsteinweg sowie am Europaplatz und dienten unter anderem dazu, sowohl weitere Zwischenhändler in großem Stil mit Päckchen von je 50 Gramm Stoff zu beliefern sowie kleinere Chargen für den Einzelverkauf herzustellen.

Nahe der Josefskirche gab es 50-Gramm-Packs, in der anderen Wohnung kamen die „Kleinpacks“ an die Reihe, wie die Angeklagten im Alter von 25 und 26 Jahren den florierenden Drogenhandel übereinstimmend beschrieben. Niemand, so hieß es Donnerstag eindringlich auf die Nachfragen des Vorsitzenden Richters Roland Klösgen, habe sich dem Satudarah-Chef widersetzen können oder wollen. Denn „ein Nein akzeptierte der nicht“, erklärte der 25-Jährige der Kammer.

Beide Aachener sind wegen gemeinschaftlichen und bandenmäßigen Drogenhandels, einer von ihnen wegen Waffenbesitzes und der zweite wiederum wegen gefährlicher Körperverletzung, begangen im Zeitraum von Oktober 2013 bis Anfang 2014, angeklagt.

Pumpgun und Maschinengewehr

Der Prozess ist deswegen pikant und sozusagen ein möglicher Schlusspunkt für die zahlreichen Drogen- und Rockerprozesse, weil damals erst die genauen Angaben der beiden Angeklagten Polizei und Staatsanwaltschaft in die Lage versetzten, den Satudarah-Drogenring zu zerschlagen und die Täter dingsfest zu machen. Verräter sind in dieser Szene nicht gerne gesehen und leben durchaus gefährlich, wie einer der beiden durchaus beeindruckt schilderte.

Die Gewalt der Rockergruppe gegen beide „Prospects“, so nennt man Anwärter auf eine Vollmitgliedschaft, führten letztlich zu ihrem Ausstieg aus der Szene, beide stellten sich der Polizei und legten umfängliche Geständnisse ab. Die Wohnung des 26-jährigen Angeklagten am Europaplatz hatte die Gruppe ebenso als Drogen- wie auch als Waffenlager benutzt.

Hier deponierte man eine Pumpgun, ein Maschinengewehr älterer Bauart sowie eine Pistole, alles mit der zugehörigen Munition. Die Waffen waren gedacht für den Notfall, da in dieser Zeit heftige Auseinandersetzungen konkurrierender Rockerclubs, mit am Start waren die Hells Angels wie auch die Bandidos, in Aachen tobten, die Polizei sprach Reihenweise sogenannte Kuttenverbote und Platzverweise für die Gruppierungen aus. Allerdings waren dem Angeklagten an Karneval 2014 die Waffen gestohlen worden, ein Schlägertrupp rückte an und richtete ihn so zu, dass er aus der Stadt floh. Der Prozess wird am Montag, 28. August, fortgesetzt.

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