Mit dr Audiojeit auf Karls Spuren

Von: Stefan Herrmann
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Mit dem Öcher Audiojeit auf den Spuren Karls des Großen: OB Marcel Philipp, Dr. Manfred Birmans, Hubert Herpers und Bernd Büttgens in der „Orte der Macht“-Ausstellung im Krönungssaal. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es gibt mächtig was zu mullen in diesen Tagen: über die Heiligtumsfahrt oder die Alemannia (das geht immer!), über Fußball in Brasilien und den CHIO, der in den Startlöchern steht. Vor allem aber lohnt sich dieses Jahr viel Verzäll über Aachens großen Stadtpatron – Kaiser Karl.

Aachen zelebriert den 1200. Todestag des Frankenherrschers seit Monaten mit viel Tamtam. Die große Ausstellungs-Trias zieht seit einer guten Woche Abertausende Besucher aus aller Herren Länder an – und natürlich Öcher. Die – aber nicht nur die – bekommen in der Ausstellung „Orte der Macht“ im Krönungssaal des Rathauses ein besonderes Schmankerl kredenzt: den Audioguide, sorry, Audiojeit im sogenannten Öcher Deutsch.

Dresdener Vorbild

Am Eingang können die Besucher zwischen vier Sprachen wählen, wenn sie mit dem Audioführung in der Hand die Ausstellung erkunden wollen: Deutsch, Englisch, Französisch und eben Öcher Deutsch. „Das ist eine akustische Begleitung, mit der man sich richtig wohlfühlt“, findet Oberbürgermeister Marcel Philipp bei der offiziellen Präsentation der außergewöhnlichen Informationsmöglichkeit.

Die Idee dazu kam beim ersten Vorbereitungstreffen zur „Orte der Macht“-Ausstellung. Hubert Herpers hatte zuvor bei einem Dresden-Besuch in der dortigen Kunstsammlung ein ähnliches Angebot in Sächsisch entdeckt. Es begeisterte den Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Aachen dermaßen, dass er es auch für die Aachener Ausstellung ins Spiel brachte.

Umgesetzt wurde das Projekt von den beiden Öcher-Platt-Experten Dr. Manfred Birmans und Bernd Büttgens, stellvertretender Chefredakteur unserer Zeitung. „Die absolute Bestbesetzung“, verteilt OB Philipp Bestnoten an die beiden Träger des Thouet-Mundartpreises. Lehrer Birmans, Journalist Büttgens und Banker Herpers schauten sich noch einmal gemeinsam das sächsische Vorbild in Dresden an und meinten sodann unisono: „Das bekommen wir auch hin!“

Das akustische Ergebnis beweist: Karls Geschichte auf Öcher Deutsch – denn die beiden Sprecher reden nicht durchgehend in Platt, sondern haben vor allem die Klangfarbe und den Charme der Einheimischen eingefangen – macht einfach Spaß! Der Audiojeit kommt humorvoll, süffisant und mit großer Liebe zur Heimatstadt daher. Ganz wichtig ist den Akteuren zu betonen, dass neben der humorigen Art der Präsentation kein kunsthistorischer Fakt verloren geht. Das, was die Ausstellungsbesucher in der (hoch-)deutschen oder englischen Version hören, erfahren sie auch bei der Öcher Variante.

Knapp 90 Minuten umfasst der komplette Audiojeit. Dabei ist es dem Besucher selbst überlassen, was er sich davon alles anhören möchte. An rund 30 Exponaten weisen dreistellige Ziffern darauf hin, welches Kapitel man am Gerät einstellen muss, um Wissenswertes mit Öcher Einschlag zu erfahren. Für jene kurzen Passagen und Zitate, die dann doch in lupenreinem Hochdeutsch zu hören sind, hat sich das Audiojeit-Duo („der Manfred und der Bernd“) mit der Aachener Schauspielerin Anja Mathar exzellent verstärkt. Eingespielt im Studio eventac am Grünen Weg und mit Unterstützung des Sponsors Sparkasse können Aachener wie Auswärtige nun die charmant-informative Audio-Führung genießen. Denn auch letztere brauchen den Griff zur Öcher Audiovariante nicht scheuen, betonen Büttgens und Birmans. Sie bekommen den Inhalt so auf die Ohren, dass eigentlich jeder dem Verzäll folgen kann

Lädt das Projekt zur Nachahmung ein? „Orte der Macht“ schließt im September seine Tore, während gleich nebenan im Centre Charlemagne eine ebenso spektakuläre Dauerausstellung eröffnet hat. Die Protagonisten schließen es nicht aus. „Die jetzige Umsetzung des Audiojeits hat in jedem Fall jefluppt“, so Birmans.

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