Mit diesem Duo können die Kinder rechnen

Von: Thorsten Karbach
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Rechnen mit einer „schönen S
Rechnen mit einer „schönen Schule”: Hanno Bennemann bekommt mit Claudia Wachholz-Kensmann eine erfahrene Pädagogin beim Aufbau der vierten Gesamtschule an die Seite gestellt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die vierte Gesamtschule hat ein neues Gesicht. Ein zweites Gesicht, um genau zu sein, denn bislang war es allein der kommissarische Schulleiter Hanno Bennemann, der die Planungen schultern musste.

Bennemann, mit einer halben Stelle immer noch Leiter der David-Hansemann-Realschule, die ab Sommer keine neuen Fünftklässler mehr aufnimmt, hat eine Mitstreiterin an die Seite gestellt bekommen. Claudia Wachholz-Kensmann, 43 Jahre alt, ist neue kommissarische stellvertretende Schulleiterin. Kommissarisch, weil sie wie Bennemann offiziell von der Schulkonferenz gewählt werden muss, um das Amt ohne den Zusatz auszufüllen. Und in der Schulkonferenz sitzen Lehrer, Eltern und Schüler - und zumindest Lehrer gibt es noch keine.

Mathe und Musik

Mit Wachholz-Kensmann weiß Bennemann eine erfahrene Gesamtschulpädagogin in entscheidender Funktion. Die Lehrerin für Mathematik und Musik arbeitet seit 17 Jahren an Gesamtschulen, seit 14 Jahren an der Gesamtschule Brand. Die ist auch die Partnerschule für die neue an der Sandkaulstraße. Bennemann freut sich über die Unterstützung aus Aachens größter Gesamtschule.

Auch Wachholz-Kensmann bleibt mit einer halben Stelle an ihrer alten Schule. Zwei halbe ergeben an der vierten Gesamtschule erst einmal das große Ganze. Gemeinsam warten sie vor allem auf das Lehrerkollegium, dass ab Sommer die 116 Kinder unterrichtet. „Noch sind wir ein bisschen unruhig, weil die Kollegen fehlen. Aber Ende Mai, Anfang Juni wird mit dem Kollegium gerechnet. Die Vorbereitungen bei der Bezirksregierung laufen. Acht bis zwölf Lehrer werden zum Start eingestellt, je nach Fächerkombination der Pädagogen. Darunter werden auch Lehrer aus der David-Hansemann-Realschule sein. „Es können aber nicht so viele sein, wie wollen. Aber es ist mir auf der anderen Seite auch einen Herzensanliegen, dass die Kinder in der Realschule optimal versorgt bleiben”, sagt Bennemann.

Schulleiter und Stellvertreterin warten also auf ihre Lehrer. Ihre Schüler haben sie schon. Drei Klassen mit 30 Kindern, eine Klasse mit 26 Kindern werden sie bilden. In der „kleinen” Klasse werden vier sogenannte GU-Schüler sitzen, also Kinder mit besonderem Förderbedarf. Derzeit stellen Bennemann und Wachholz-Kensmann die Klassen zusammen, berücksichtigen Noten ebenso wie Elternwünsche oder Alter. Eine spannende Aufgabe. „Es ist extrem reizvoll, sich beim Aufbau einer neuen Schule einbringen zu können”, findet Wachholz-Kensmann. Deswegen hatte sie sich auch stetig für Schulleitung fortgebildet und für die Stelle beworben. Interessenten gab es dabei mehrere. „Ich will etwas bewegen”, sagt sie. Im Wortsinne muss die neue Schulleitung vor allem Bücherkartons bewegen, denn die werden aktuell gesichtet. Außerdem bereitet sie eine mehrtägige Fortbildung vor, damit das neue Kollegium zusammenfindet. „Man muss dafür auch mal abends ein Bier trinken gehen”, sagt Bennemann. Und letztlich gehe es immer nur um dieses: „Wir wollen eine Atmosphäre der Wertschätzung auf allen Ebenen. Wir wollen eine schönes Schule mit zufriedenen Kindern.”

Dafür muss natürlich das Gebäude vorbereitet werden. Gegenüber der Realschule wird die vierte Gesamtschule einziehen. Klassenräume gibt es, Freizeiträume werden gestaltet, eine Turnhalle steht bereit. Anderes fehlt. „In der Realschule gibt es beispielsweise einen Technikraum, der nicht genutzt wird. Die Einrichtung zieht nun um”, berichtet Bennemann. Auch ein paar ungenutzte Instrumente nehmen den Weg über die Sandkaulstraße. „Aber wir werden die Realschule nicht plündern, müssen auch immer improvisieren können. Aber es wird mehr geben, als ich den Eltern bisher versprechen konnte”, sagt der Leiter über das Schulhaus. Dazu gibt es abseits der Baustelle ein pädagogisches Konzept, an dem nicht minder fieberhaft gefeilt wird. „Entscheidend für jede Gesamtschule - auch wenn es nach Schlagwort klingt - ist die individuelle Förderung”, erklärt Wachholz-Kensmann. Ihre Erfahrung hilft ihr dabei. Und ihr Gesicht gehört nun zu Aachens vierter Gesamtschule.
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