Mit der Fackel von Sarajevo nach Aachen

Von: Nina Krüsmann
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„Flame for Peace – Jugend macht Europa“: Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (3. von rechts) verabschiedete die Läufergruppe am Freitagmorgen am Markt. Foto: Nina Krüsmann

Aachen. „Mit diesem Lauf möchten wir ein Zeichen für den Frieden setzen“, bringt es Heinz Jussen auf den Punkt. Er ist der Projektleiter und Organisator der Aktion „Flame for Peace – Jugend macht Europa“. Der Fackellauf führt von Sarajevo nach Aachen Am Freitagmorgen war Auftakt auf dem Aachener Markt.

„Mit diesem Lauf wollen wir genau hundert Jahre nach dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, der in Sarajevo ausgelöst wurde, daran erinnern, dass wir den Frieden bewahren müssen“, betont Jussen. Er gründete das Aachener Netzwerk für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit e.V., nachdem er selbst auf dem Balkan die Schrecken des Krieges zwischen den Fronten erfahren hatte.

„Eine zertrümmerte Welt“

„1992 habe ich vor Ort miterlebt, wie Menschen sterben und eine zertrümmerte Welt gesehen. Insgesamt elf humanitäre Hilfstransporte habe ich in dieser Zeit begleitet. Danach haben wir das Netzwerk gegründet“, erzählt Jussen. 2007 habe er bei einem erneuten Aufenthalt vor Ort Straßenkämpfe rivalisierender Jugendlicher der drei dortigen Ethnien beobachtet. Anlass dazu waren in den größeren Städten die Endverhandlungen um die Souveränität des Kosovo und damit um das Herauslösen aus dem serbischen Staatsverbund.

„Wir möchten die Jugendlichen im Bühnenspiel zusammenführen, sie für den Frieden begeistern“, betont er. Die Flamme solle ein deutliches Zeichen des Friedenswillens sein, der die Jugend Europas verbindet und der sie eine gemeinsame Zukunft in Frieden und Freiheit gestalten lässt. Entstanden ist so das Europäische Friedenstheaterfestival „Bina Mira“, die „Bühne des Friedens“ beziehungsweise die Begegnung europäischer Jugendlicher im Friedenstheaterspiel unter der Schirmherrschaft von Martin Schulz, Präsident des Europaparlaments.

Der Fackellauf ist eine neue Facette der Bemühungen Jussens: „Damit möchten wir ausdrücken, dass wir in Bewegung sind für unser Ziel, den Frieden, und die Jugendlichen in allen Orten erreichen. In beinahe allen Etappen sind kleine Theateraufführungen geplant.“

3000 Kilometer

Der Lauf führt die Läufergruppe durch zwölf Länder über 55 Etappenorte und insgesamt über rund 3000 Kilometer. Am Start in Aachen waren 14 Läufer. Zum Kernteam zählen zehn Läufer, dazu kommen in den jeweiligen Etappen noch sogenannte Ortsläufer, wie Jussen erklärt.

Oberbürgermeister Marcel Phi­lipp hat die Schirmherrschaft für diesen ganz besonderen Lauf im Zeichen des Friedens übernommen und die Läufergruppe mit guten Wünschen persönlich verabschiedet. „Ich wünsche Ihnen für diese besondere Herausforderung gutes Gelingen und allzeit beste Gesundheit“, sagte Philipp, der betonte, noch nie einen so weiten Lauf eröffnet zu haben.

Am 21. September, dem Weltfriedenstag der Vereinten Nationen, wird er die Läufer nach ihrer Rückkehr in Aachen wieder in Empfang nehmen. An diesem Tag startet in Aachen ebenfalls das Theaterfestival „Bina Mira“. Infos unter www.flameforpeace.de.

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