Mit dem SPD-Bundesvorstand sind Aachens Jusos unglücklich

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Aachen. Seit neun Jahren ist sie bei den Jusos – der Jugendorganisation der SPD. Jetzt hat Halice Kreß-Vannahme den Vorsitz übernommen.

An ihrer Seite stehen die Stellvertreter Philipp Bruhn und Julius Schlumberger, die Geschäftsführung betreut weiterhin Christina Eckert, acht weitere Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 31 Jahren bilden den neuen Juso-Vorstand für ein Jahr und vertreten damit rund 350 Parteimitglieder.

Auch wenn dazwischen noch eine Wahl liegt – die Jusos vergeben ihre Ämter immer für ein Jahr –, den Bundestagswahlkampf im kommenden Jahr haben die Jungsozialisten schon ein wenig im Auge. „Jetzt haben wir auf vielen Positionen gewechselt, so dass wir dann wahrscheinlich relativ konstant in den Wahlkampf gehen können“, meinte Philipp Bruhn.

2016 wird dagegen wohl eher von inhaltlicher Arbeit bestimmt. Die Schwerpunkte sollen in den Bereichen Geschlechtergerechtigkeit, Antifaschismus und Asyl/Flucht liegen.

Zusammen mit der SPD-Landtagsabgeordneten Daniela Jansen gehen die Aachener Jusos am Equal-Pay-Day (19. März) auf die Straße. „Wir werden Schokotaler an die Frauen verteilen als Glückwunsch, dass sie dann – also nach etwa 15 Monaten – das Jahresgehalt eines Mannes verdient haben“, erläuterte Kreß-Vannahme die geplante Aktion. Am Weltfrauentag (8. März) wollen die Jusos das Stadtbild nach sexistischen und feministischen Spuren untersuchen: Werbung, Straßennamen, Brunnenfiguren.

„Auch wenn viel passiert ist, die Gleichstellung ist eben doch noch nicht erreicht und das werden wir im Beruf irgendwann erleben und merken es auch jetzt schon in Schule, Ausbildung oder Studium“, betonte Beisitzerin Anna Wilhelmi.

Als eklatante Demokratie-Gefahr haben die Jusos die AfD ausgemacht. „Wir wollen aufmerksam machen, dass die AfD nicht wählbar ist“, so Kreß-Vannahme. Auch den Pegida-Ableger Acgida behalten die Jusos im Auge. Im Gegenzug engagieren sich die Jusos für die Integration von Flüchtlingen – konkret bei einer regelmäßigen Kochaktion mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zusammen mit der DGB-Jugend und der AWO-Jugend. Aber auch darüber hinaus: „Im Moment haben Geflüchtete keine selbstbestimmte Rolle. Dabei sind wir alle nicht ganz unschuldig an den Fluchtursachen“, meinte die Juso-Vorsitzende.

Das gerade verabschiedete Asylpaket II lehnen die Aachener Jusos deshalb auch rundweg ab. Wilhelmi: „Da wurde eine rote Linie überschritten.“ Auch andere Kompromisse, die die Mutterpartei SPD in Berlin eingegangen ist, kommen nicht gut an: TTIP, CETA, Vorratsdatenspeicherung. „Der Bundesvorstand macht keine sozialdemokratische Politik“, sind sich die Aachener Jusos einig.

Der Beziehung zu den Aachener SPD-Vertretern in Partei und Fraktionen in Stadt und Städteregion schade diese Einstellung allerdings nicht: „Wir haben ein fantastisches Verhältnis.“ Über all das soll auch wieder zu lesen sein: Am 1. Mai soll nach einer längeren Pause wieder der „Linksdruck“ erscheinen. Drei Mal im Jahr planen die Jusos zukünftig, ihr Partei-Organ herauszubringen.

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