Aachen - Mit dem richtigen Ranzen die Schule starten: Tatort-Verein unterstützt Kinder

Mit dem richtigen Ranzen die Schule starten: Tatort-Verein unterstützt Kinder

Von: Diana Bock
Letzte Aktualisierung:
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Viele Unterstützer für eine tolle Aktion: Damit kein Kind seine Schullaufbahn stigmatisiert beginnen muss, sammelt der Tatort-Verein Spenden für neue Schulranzen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Denise Gluth-Wolke vom Familienzentrum Clara Fey sieht die Probleme der Kinder tagtäglich. „Sie tragen beispielsweise zu kleine Schuhe oder Kleidung, weil das Geld knapp ist“, sagte sie. Andere bringen verschimmeltes Brot als Frühstück mit. Diese Probleme seien kein Einzelfall. Dies bestätigten jetzt auch andere Kita-Vertreter bei einem Pressetermin.

Dass in solchen Fällen das Geld nicht auch noch für einen Schulranzen reicht, kann man sich denken. Der Kölner Tatort-Verein setzt sich seit 2016 in Aachen mit dem Spendenprojekt „Wir starten gleich – Kein Kind ohne Schulranzen“ dafür ein, dass auch Kinder zum Schulbeginn einen neuen Schulranzen bekommen, deren Eltern nicht die finanziellen Mittel haben, um diesen zu kaufen. Achim Monnartz von der Organisation „breakfast4kids“ betonte: „Die Anschaffungskosten für einen neuen Schulranzen liegen bei 100 bis 200 Euro. Viele haben das Geld nicht.“

Rund 10.000 Euro gesammelt

Im Rahmen des Spendenprojekts wurden seit 2016 in Aachen bereits rund 10.000 Euro gesammelt und 225 Taschen mit entsprechendem Material Kindern zur Verfügung gestellt, sagte Wolfgang Habedank, der das Projekt in Aachen mitorganisiert. Im Schuljahr 2017/18 wurden 150 Schulranzen an bedürftige Familie verteilt. Um dieses Projekt zu ermöglichen, werden Spenden benötigt. Auch Markus Frankenne von der Firma Frankenne unterstützt das Projekt und kümmert sich um die Beschaffung der Ranzen. Er weiß, wie wichtig neue Schulranzen für Kinder sind: „Sie fangen an, die Taschen in die Kita mitzubringen und zeigen sie stolz den anderen Kindern.“

Um die Kinder zu ermitteln, die einen Ranzen brauchen, ist das Spendenprojekt auf die Hilfe von Kitas angewiesen, aber auch das Sozialamt der Stadt Aachen oder die Organisation „breakfast4kids“ melden sich, wenn Bedarf besteht. Das Besondere an diesem Projekt ist, dass die Abläufe unbürokratisch gestaltet sind. Es müssen keine Anträge gestellt werden. Auch muss die Bedürftigkeit selbst nicht „bewiesen“ werden.

„Es herrscht vollstes Vertrauen zu den Vertretern der Kitas. Einen Missbrauch des Projektes schließen wir zu fast 100 Prozent aus“, betonte Habedank. Weiter erklärte er: „Wichtig ist, dass die Kinder nicht wissen, dass die Schultaschen von uns kommen. So wollen wir eine Stigmatisierung verhindern.“ Deshalb übergeben die Kitas die Taschen den Eltern. Diese überreichen sie dann ihren Kindern zu Hause.

Die meisten Schulranzen werden schon in den nächsten Wochen, spätestens im Mai oder Juni verteilt, damit die Kinder zum Schulbeginn gerüstet sind. Aber auch während des Schuljahrs werden immer wieder Schultaschen ausgehändigt, etwa wenn Flüchtlingskinder erst später in die Klassen kommen.

Das Projekt richtet sich ausdrücklich auch an Kinder in der Städteregion. Sigrid Greven von der Bundesvereinigung Kultureller Kinder- und Jugendbildung des Familienzentrums Eschweiler etwa habe sich anfänglich von dem Projekt nicht angesprochen gefühlt. Aber auch sie „bestellt“ mittlerweile Schultaschen für angehende Erstklässler.

Die Spenden, die der Verein für das kommende Schuljahr gesammelt hat, dürften laut Habedank allerdings nicht für alle bedürftigen Erstklässler ausreichen. Der Verein ist also auf weitere Spenden angewiesen.

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