Mit dem Fahrrad von Maastricht nach Aachen

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Bildnummer: 50303071 Datum: 10.06.2000 Copyright: imago/K-P Wolf Verkehrsschild -Radweg-, Objekte; 2000, Schild, Schilder, Verkehrsschild, Verkehrsschilder, Verkehrszeichen, Radwege, Fahrradweg, Fahrradwege, Piktogramm, Piktogramme, Fahrrad, Fahrr‰der, Rad, R‰der; , hoch, Kbdia, Einzelbild, Freisteller, Deutschland, , Strafle, Verkehr, Symbole

Aachen/Maastricht. Vertreter der Stadt Aachen, der Provinz Limburg, der Stadt Maastricht sowie der Gemeinden Vaals, Gulpen-Wittem und Eijsden-Margraten haben eine Erklärung zur gemeinsamen Entwicklung eines Radweges von Maastricht nach Aachen unterschrieben.

Geplant ist nach Auskunft des städtischen Presseamtes eine „historische, ruhige und nahezu ebene Fahrradroute von Maastricht durch die reiche Kulturlandschaft des Limburger Heuvellandes bis ins Zentrum von Aachen“.

Die Route soll der Strecke einer ehemaligen Straßenbahn folgen, die in der Landschaft noch zu erkennen ist. Ausgehend vom Erfolg des vergleichbaren Vennbahn-Radwegs wird auf der neuen Radroute in der Tourismussaison mit 500 Nutzern täglich gerechnet.

Der Vorsitzende der Lenkungsgruppe, Beigeordneter Armand Opreij aus Eijsden-Margraten, erklärte bei der Unterzeichnung: „Die Fahrradroute über die alte, ebene Straßenbahntrasse zwischen Aachen und Maastricht führt entlang der schönsten Orte im Südlimburger Hügelland. Die Landschaft hier hält sich nicht an Gemeinde- oder Landesgrenzen, und dieses Projekt ebenso wenig. Wir sind froh, dass wir diese Chance mit fünf Gemeinden und der Provinz Limburg nutzen können.“

Mit der Absichtserklärung vereinbarten die Lokalpolitiker weitere gemeinsame Schritte zur Umsetzung des Projektes. Die neue Fahrradroute soll zu einer Stärkung der wirtschaftlichen und touristischen Struktur der Provinz Südlimburg beitragen.

Wichtig dabei sei, dass die Route über Aachen Anschluss an die Vennbahn erhält: ein nahezu ebener Fernradweg, der durch das Hohe Venn bis nach Troisvierges in Luxemburg führt. Damit entstehe eine durchgängige internationale Radwegverbindung von über 150 Kilometern Länge zwischen Maastricht und Luxemburg. Der Erlebniswert der Natur und der Kulturgeschichte der Nationalen Landschaft Südlimburg werde dadurch „enorm bereichert“, so die Initiatoren.

Derzeit wird ein Vorentwurf für die Radroute erstellt, der Aufschluss über die finanzielle und technische Durchführbarkeit geben soll. Dazu werden der Investitionsbedarf für die Realisierung der Infrastruktur sowie eventuelle Risiken und Probleme der Strecke herausgearbeitet. Das Investitionsvolumen wird – etwaige infrastrukturelle Risiken und sonstige nachteilige Entwicklungen ausgenommen – vorläufig mit 2,8 Millionen Euro beziffert.

Der Vorentwurf soll den Gemeinderäten im Frühjahr 2016 vorgelegt werden. Beim Bau der erforderlichen Infrastruktur wird weitestgehend von der – relativ ebenen – Trasse der Dampfstraßenbahn ausgegangen, die von 1922 bis 1938 zwischen Maastricht und Vaals verkehrte.

Die definitive Streckenführung soll 2016 beschlossen werden, so dass die Gemeinderäte der beteiligten Kommunen noch im selben Jahr über das Projekt und die Bereitstellung der notwendigen Finanzmittel abstimmen könnten. Die Bauarbeiten könnten daraufhin im Jahr 2017 starten.

„Asphaltierte Bahnen“

Gegen das Projekt formiert sich allerdings auch schon massiver Widerstand. So betrachtet die Bürgerinitiative Vallei Lemiers „diese Entwicklung mit großer Sorge“. „Radweg” klinge zuerst einmal sympathisch und erscheine ökologisch, aber das jetzt geplante Neuanlegen einer solchen „fietsbaan“ zwischen Maastricht und Aachen sei „das sicherlich nicht“.

Auch der Eindruck, dass dieser Radweg über eine alte Bahntrasse geführt wird, habe „mit dem tatsächlichen Streckenverlauf nichts zu tun: Etliche Abschnitte folgen nicht der alten Bahntrasse, sondern erfordern das Anlegen von einer vier Meter breiten asphaltierten Bahn quer durch Bachtäler und einmalige Naturgebiete“. Der Radweg bedeute einen „nicht akzeptablen Schnitt quer durch das grüne Herz des euregionalen Städtedreiecks Maastricht-Aachen-Lüttich“.

Mit in der Hochsaison „mehr als 500 Radfahrern pro Tag und in großen Teilen neu anzulegenden vier Meter breiten Bahnen“ würden das „Lebens- und Wohnumfeld der dort lebenden Menschen und Tiere und die Bedürfnisse von Natur, Umwelt und Landwirtschaft schwer geschädigt, so die Bürgerinitiative.

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