Mit Alemannia durch das schwarz-gelbe Fußballjahr

Von: Hans-Peter Leisten
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Hat einen Begleiter für das ganze (Fußball-)Jahr verfasst: Franz Creutz präsentiert auf dem alten Tivoli sein neues Buch. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Es ist der blanke Stolz, der die Gesichter der 11 jungen Männer zeichnet. Eine Mannschaftsaufnahme der besonderen Art, die Trikots erinnern an Oberhemden, die Fußballhosen eher an heutige Surfer-Shorts. Aber die Schüler sind stolz.

Vermutlich, weil Gruppenfotos der wilhelminischen Kaiserzeit heute immer etwas heroischer anmuten, als sie eigentlich intendiert waren. Vielleicht aber auch, weil die jungen Männer ahnten, dass sie da gerade etwas Großes initiiert hatten an jenem 16. Dezember 1900: die Gründung von Alemannia Aachen.Dokumentiert auf Seite 101 eines neuen Alemannia-Buches.

Der Herausgeber Franz Creutz ist nicht nur Insidern des Klubs von der Krefelder Straße bekannt, denn der Band „Das Alemannjahr” ist der siebte Streich des dem Verein hoffnungslos verfallenen Aacheners. „Die ersten sechs Bände hatten ihren Fokus immer auf einzelnen Abschnitten liegen. Was mir fehlte, war der Blick auf das große Ganze, sozusagen der schwarz-gelbe Faden durchs Leben”, erzählt der Alemannia-Chronist, im Hauptberuf selbständiger Privatsekretär. Die Lücke hat Creutz geschlossen, oder wie er seine finale Herausgabe umschreibt: „Ich habe fertig.”

Natürlich ist das Buch wie seine Vorgänger das viel zitierte „Muss” für jeden Alemannen. Es ist aber auch eine Komplettierung der 110 Jahre Vereinshistorie. Das „vereinshistorische Kalendarium” ordnet jedem Tag eines Jahres ein Alemannia-spezifisches Ereignis zu. Es handelt sich also grundsätzlich nicht um ein Lesebuch sondern eine lesenswerte Chronik.

Beispiele: 17. März 2004, Grlic bucht die Tickets für Berlin und Europa. Oder: 26. September 1941, Geburt Roger Claessen, der Alemannia zur Deutschen Vizemeisterschaft schoss. 16. Februar 1908, Cölner FC 1899 - Alemannia Aachen 1:5. So geht es über 106 Seiten, durch Freud und Leid. Der Leser wird durchs Jahr mit Alemannia-Happen (ver-)geführt, immer in einer Stimmungslage zwischen „Ach ja, so war das ja” oder „Aha, so war das also”. Und bei vielen Momenten setzt unwillkürlich ein kleiner persönlicher Erinnerungsfilm ein.

Doch es gibt auch Lesegeschichten, die die Chronik auflockern. „Die Katze” von AZ-Redakteur Thorsten Karbach über die erst jüngst gestorbene Torwart-Legende der 30er Jahre Fritz Neussl. Creutz selbst gibt in „Immerhin, die Sonne schien” einen Überblick über die Teilnahmen an DFB-Pokalendspielen. Marc Steinmann zieht auf emotionale Weise vor „Alemannen, die man nie vergisst” den Hut. Und der Herausgeber hat nochmals in die Tasten gehauen, um den „Geist des Tivolis” zu beschwören - des alten natürlich.

Und gerade der Chronist, der stets zurückschaut, appelliert an die Fans und Spieler, weitere Geschichten im neuen Stadion zu schreiben. Sowie dies in zwei Pokalrunden in dieser Saison geschehen ist: „Bedingungslose Unterstützung für bedingungslosen Einsatz!”.

Creutz, Franz (Hrsg.): „Das Alemannjahr. Ein vereinshistorisches Kalendarium.” Erhältlich im Buchhandel, ISBN 978-3-8391-9873-5; 9,95 Euro.
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