Mit 80 Sachen durch den Doppellooping

Von: Robert Esser
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So schraubt sich die „Teststrecke” in die Höhe: Die Loopings sind 27,50 Meter hoch, der Anpressdruck der Passagiere auf der 600 Tonnen schweren Achterbahn beträgt das Fünffache des Körpergewichts. Foto: Steiger

Aachen. Schon der Anblick ist furchteinflößend. Auf dem Bendplatz sorgt vom 13. bis zum 23. August eine spektakuläre Achterbahn für eine kaiserstädtische Premiere, die so manchem Angst machen wird. Auf 81 Mal 35 Metern Fläche wird seit Dienstag die „Teststrecke” aufgebaut - die einzige mobile Doppellooping-Achterbahn in Europa.

Schausteller-Chef Peter Loosen hatte die Attraktion bereits nach dem diesjährigen Frühjahrsbend in Aussicht gestellt.

Seit Dienstag herrscht an der Kühlwetterstraße absolute Gewissheit. Die 30 Container mit der 600 Tonnen schweren Stahlkonstruktion, den drei „Formel1-Zügen” für insgesamt 60 Passagiere, die Antriebstechnik und die Computersteuerung sind mitsamt einem vielköpfigen Team in Aachen angekommen. Bis zur Eröffnung am Freitag sind nun mehrere Autokräne und die Familie Steiger als Eigentümer damit beschäftigt, das Ungetüm mitten auf dem Bendplatz aufzurichten.

Danach sollen die beiden Loopings eine Maximalhöhe von 27,50 Metern erreichen. So jagen die Züge dann täglich von 14 bis 24 Uhr mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometern über das Schienen-Wirrwarr. Dabei wird ein Anpressdruck von fünf G erreicht - man wird also mit dem Fünffachen seines Körpergewichts in den Sitz gepresst, ähnlich wie beim Start eines Kampfjets.

Gefälle von 45 Grad

Pressesprecher Frank Michna erklärt: „Die Teststrecke wurde ursprünglich 1979 von der Firma Schwarzkopf und dem Ingenieur Werner Stengel konstruiert und gebaut. Beide gelten beim Fachpublikum als Pioniere, die durch ihre Entwicklungen Sensationen wie den Doppellooping ermöglicht haben.” Die Achterbahn tourte damals durch Brasilien und stand danach bis 2008 im US-Staat Pennsylvania. Die Familie Steiger kaufte den Koloss. Thomas Meyer und Theo Rosenweig verschifften die Anlage nach Deutschland. Hier wurde der Stahlgigant technisch komplett neu aufgebaut.

„Jetzt gehört die Teststrecke zu den leisesten Bahnen auf dem Markt. Die Besonderheiten liegen in der weichen, ruckelfreien Fahrt und der Faszination, wie stark die Kräfte in den beiden Loopings und der Helix auf den Fahrgast wirken”, sagt Michna. Die Fahrtstrecke stürzt mit einem Gefälle von 45 Grad in die Tiefe, die Schienen verwinden sich mit einer Querneigung von bis zu 65 Grad.

Besonderes Sicherheitssystem

Damit der spektakuläre Ritt auf der „Teststrecke” für jeden Fahrgast nicht nur unbeschadet auf seinem Sitz beginnt, sondern dort ebenso endet, hat die Familie Steiger in Abstimmung mit dem TÜV München ein besonderes Sicherheitssystem entwickelt. So konnte auf die üblichen Schulterrahmen verzichtet werden. „Die Züge sind mit einer innovativen Beckensicherung ausgestattet, die in Verbindung mit den Sitzen einen optimalen Schutz der Passagiere garantiert und zugleich das Fahrerlebnis noch intensiver werden lässt”, erklärt Michna.

Im Juni 2010 wurde die „Teststrecke” in Aschaffenburg mit dem FKF-Award zum besten mobilen Fahrgeschäft Europas gekürt. In Tilburg erhielt man bei der größten Kirmes der Niederlande den Publikumspreis. Ab Freitag will die Familie beweisen, dass auch die Gäste des Aachener Bends auf die „Teststrecke” abfahren. „Das Schönste ist, die lachenden Gesichter nach der Fahrt zu erleben”, sagt Gesellschafter Meyer. Man darf gespannt sein.
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