Misstöne statt Partyspaß: „Stairs“ schließt Freitagabend frühzeitig

Von: Thorsten Karbach
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Hat am Freitagabend frühzeitig geschlossen: Im „Stairs“ in der Theaterstraße wird über das Ordnungsamt geklagt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Misstöne sind nicht zu überhören: Die Spannungen zwischen den Betreibern des „Stairs“ (ehemals „Roncalli-Café“) und dem Ordnungsamt der Stadt Aachen endeten am Freitagabend mit einem Paukenschlag. Während im „Stairs“ die „Fridays Clubbing“-Party lief, wurden Ordnungsamt und Polizei vorstellig – und zwar im großen Stil.

Zwei Mal wurde ein Zwangsgeld ausgesprochen, weil ohne gültige Konzession Alkohol ausgeschenkt wurde. Dann beendeten die Betreiber freiwillig die Party. „Der Laden wurde regelrecht gestürmt. Es sah so aus, als wären mehr Ordnungskräfte als Gäste im Stairs. Das ist reine Schikane“, schimpft Marcin Leczkowski, der mit Ibrahim Yardirgi seit Ende Oktober das schmucke Haus an der Theaterstraße betreibt.

Das sieht Detlev Fröhlke, Leiter des Ordnungsamtes, anders. „Mit dem massiven Einsatz wollten wir unserer Ordnungsverfügung Ausdruck verleihen. Wir haben mehrfach versucht, Brücken zu bauen. Aber irgendwann ist Schluss“, erklärt Fröhlke auf Nachfrage. Die Party sei ohne gültige Konzession über die Bühne gegangen. Die Betreiber sind laut Ordnungsamt einmal zu oft aus der Reihe getanzt.

Letztlich geht es um ein Lärmschutzgutachten. Nachdem die vorläufige Konzession für den Betrieb als „Schank- und Speisewirtschaft mit gelegentlichen Veranstaltungen“ am 15. Februar ausgelaufen war, sollte eine ebensolche noch einmal vorgelegt werden. Die Lizenz der Vorgänger im ehemaligen Roncalli-Café reichte nicht mehr aus. „Dabei arbeiten wir mit der gleichen Anlage, den gleichen Boxen, haben immer noch die Siegel auf allen Endstufen“, berichtet Leczkowski.

Anfang vergangener Woche inspizierte der Gutachter die Räume – beworben als Erlebnisgastronomie und Club –, am Mittwoch wurde das neue Gutachten eingereicht. „Für uns ging es nur noch um die Bestätigung. Wir gingen davon aus, dass so ein Objekt Priorität genießt. Das würde jedenfalls jede andere Stadt in Deutschland so handhaben“, sagt der Betreiber. Stattdessen wurde man vertröstet und lud zum „Clubbing“ mit DJ Danero und Geiger.

Die mag zwar das Partyvolk, den Nachbarn wussten sie nicht zu gefallen. Laut Fröhlke hätten Messungen im Umfeld deutlich gemacht, dass das Lärmschutzgutachten nicht eingehalten wurde. Zudem hatte es immer wieder Beschwerden in der Theater- und der Aureliusstraße gegeben. Der Bogen sei eindeutig überspannt worden. Deswegen sei das Ordnungsamt eingeschritten. Ohne Konzession durfte im „Stairs“ auch kein Alkohol ausgeschenkt werden, doch genau der war zunächst geflossen. „Ohne Konzession darf man zwar ein Café betreiben – aber nur ohne Alkohol“, erklärt Fröhlke.

Leczkowski und sein Mitstreiter mussten Eintrittsgelder zurückzahlen, die Gäste heimschicken und „Soul Channel“ mit DJ Toxxic am Samstag absagen. „Wirtschaftlich ist das ein riesiger Schaden für uns. Es ist schade, dass es uns so schwer gemacht wird, dabei haben wir das Objekt gut ans Laufen bekommen“, erklärt Leczkowski.

Im „Stairs“ wird nun auf die Reaktion der Stadt gewartet – sprich die Erteilung der Konzession, schließlich sollen am Ostersamstag „Fremdgehen“ und am Ostersonntag „Lustig Wandern & Seltsames Verhalten“ gefeiert werden. Mit 600 bis 700 Gästen im Laufe des Abends (350 dürfen gleichzeitig rein). Detlev Fröhlke will sich dazu noch nicht äußern.

Das Ordnungsamt prüfe die Situation noch und habe das Rechtsamt hinzugezogen. Nach Harmonie zwischen Amt und Betreiber klingt das noch nicht. Fröhlke sagt: „Es tut mir ja auch für die jungen Menschen in Aachen Leid, aber wir haben von Anfang an darauf hingewiesen, dass dies ein schwieriges Objekt für die beabsichtigte Nutzung ist.“

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