„Mint“: Nachwuchs bei Lehrern ist Mangelware

Von: Marie Ludwig
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Schüler für die Lehrerlaufbahn in Sachen „Mint“ begeistern: An der RWTH Aachen ist jetzt zum dritten Mal das bundesweite Projekt „Milena“ gestartet. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „In Deutschland herrscht ein absoluter Mangel an Lehrern, die Naturwissenschaften unterrichten“, sagt Heidrun Heinke. Die Physikprofessorin an der RWTH Aachen hat zusammen mit dem Verein „Mint“-EC, mehreren Universitäten und deutschlandweit 247 Schulen ein Programm entwickelt, bei dem Schüler aus der Oberstufe an das Lehren von Naturwissenschaften herangeführt werden sollen.

Die Disziplinen sind die „Mint“-Fächer: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. „Das Programm soll den Schülern zeigen, wie ein Lehramtsstudium aufgebaut ist und wie der berufliche Alltag eines Lehrers aussieht“, erklärt Christina Rowek von „Mint“-EC. Das Programm „Milena“ („Mint“-Lehrer-Nachwuchsförderung) startet in diesem Jahr zum dritten Mal. Rund 80 Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland sind dafür nach Aachen gekommen, um dort die Auftaktveranstaltung für das zweijährige Programm mitzuerleben.

Es wird gemessen und gehämmert. Im SuperC der Aachener Universität wird gewerkelt. Eine Holzbrücke sollen die Schüler in Viererteams innerhalb von 50 Minuten bauen. Jetzt sind Kreativität und das Internet auf dem Smartphone gefragt. Alles ist möglich: Hauptsache es hält und sieht gut aus. An einem der kleinen Gruppenarbeitstische entwerfen Kadie, Luise, Jaron und Max schon ihre Brücke – wie die von Da Vinci soll sie werden. Die Vier kommen aus unterschiedlichen Schulen; einmal vom Jülicher Gymnasium Haus Overbach und dem Einhard -Gymnasium aus Aachen. Marion Käppler, die „Mint“-Koordinatorin des Einhard-Gymnasiums freut sich über den neuen Nachwuchs: „Die Schüler gewinnen durch die Arbeit im Team richtiges Selbstbewusstsein.“

Neben der Leidenschaft für das Technische erlernen die Schüler jedoch vor allem didaktische Fähigkeiten – also wie sie den Stoff am besten an die Schüler vermitteln.

So dürfen die Teilnehmenden des Programms an ihrer eigenen Schule selbst Unterrichtsstunden in Zusammenarbeit mit den Lehrern geben und probeweise die kleineren Jahrgangsstufen unterrichten. Neben der Ausbildung an der eigenen Schule werden sie auch an andere Schulen gehen und in völlig unbekanntem Umfeld für vier Tage Unterricht geben. So werden beispielsweise die Schüler des Einhard-Gymnasiums einen Austausch mit der Schule in Jülich erfahren. Auch an Universitäten sind für alle Teilnehmenden sechs Workshops geplant.

Dass das Programm fruchtet, beweist die Bilanz von Marion Käppler am Einhard-Gymnasium: „Von neun Schülern aus dem ersten ‚Milena‘-Jahrgang haben sich bereits sechs für die Laufbahn als Lehrer entschieden.“

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