Ministerin in der Soers: Es geht auch um Tihange

Von: Martina Stöhr
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In der Soers sah sich die Bundesumweltministerin auch mit anderen Themen konfrontiert: Barbara Hendricks stattete Aachenes „grüner Lunge“ einen Besuch ab. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Bürgerschaftliches Engagement wie das in der Soers ist von großem Nutzen“, sagte Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks im Gemeindezentrum St. Andreas in der Soers.

Zuvor hatte sie sich mit einer Reihe von Politkern vor Ort ein Bild von Aachens „grüner Lunge“ gemacht.

Sie verwies darauf, dass es bei Fragen um die Soers immer auch um unterschiedliche Interessen gehe. Es gelte, die Anforderungen der Sportfreunde, der Naturfreunde sowie die der Anwohner unter einen Hut zu bringen. Runde Tische und Bürgerbeteiligungen sieht sie als probate Mittel, um bereits frühzeitig ins Gespräch zu kommen.

„Da haben wir als Soerser Forum insofern gute Erfahrungen, als dass wir uns immer von vornherein einmischen“, meinte dazu Diakon Professor Hans-Karl Rouette. Er hatte eingangs in einem kleinen Referat deutlich gemacht, welche Bedeutung die Soers als Frischluftspender für die Stadt hat. Demnach sorgt sie über verschiedene Korridore für einen Luftaustausch und sollte entsprechend sorgfältig behandelt werden.

Daran schien auch die Ministerin keinen Zweifel zu hegen. Ebenso wenig wie die zahlreichen Gäste im Gemeindezentrum. Neben der Umweltministerin hatten auch die Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt, der Landtagsabgeordnete Karl Schultheis, Ratsherr Michael Servos und weitere Vertreter der SPD den Weg ins Gemeindezentrum gefunden.

Das Thema interessierte aber offensichtlich auch die anderen Parteien. Dabei nutzte das Auditorium die Gunst der Stunde gar nicht so sehr, um die Umweltministerin zur Soers zu befragen. Viel dringlicher schienen offensichtlich Fragen zum Braunkohleabbau, zum Atomkraftwerk Tihange, zu genmanipulierten Lebensmitteln und zum Forschungsreaktor in Jülich.

Hendricks ihrerseits verwies zunächst einmal auf die Vorreiterrolle Deutschlands in Sachen Klimapolitik. Deutschland habe als industriell geprägtes Land mit hohem Lebensstandard ein Interesse, den Klimaschutz voranzutreiben. „Wir haben die Verantwortung, Europa mit uns zu ziehen“, betonte sie. Dabei stehe man durchaus auch in der Verantwortung gegenüber der Schöpfung. Während der Klimaschutz in Europa den Menschen vergleichsweise wenig abverlange, würden Menschen in anderen Ländern wegen den Folgen des Klimawandels ihr Leben verlieren. „Erhalten Sie sich die Soers als Teil der Schöpfung“, forderte sie ihre Zuhörer auf.

Der Ausbau regenerativer Energien werde den Braunkohleabbau auf lange Sicht reduzieren, antwortete der Landtagsabgeordnete Karl Schultheis auf eine besorgte Frage aus den Reihen der Zuhörer. Die SPD sei gegen genmanipulierte Organismen, sagte die Umweltministerin wenig später, und sie werde sich bemühen, dass es in Deutschland auch weiterhin keine entsprechenden Lebensmittel gebe.

Auch wenn die in Europa erlaubt seien. Und was das Atomkraftwerk Tihange betrifft, so versprach die Ministerin mit ihrem Amtskollegen in Belgien ein Gespräch zu führen. Allerdings nur inoffiziell, wie sie betonte, da es keine Handhabe gebe, um gegen das belgische Atomkraftwerk vorzugehen.

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