Minister steigt Dom aufs Dach

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:
7110402.jpg
Minister im karolingischen Ambiente: Michael Groschek (2. von rechts) informierte sich bei Dombaumeister Helmut Maintz (Mitte) und Dompropst Helmut Poqué auch über die erfolgte Dachsanierung. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Von den vielen geheimnisvollen Ecken und Ausblicken des Doms konnte sich nun Michael Groschek, Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, vor Ort überzeugen.

Das Interesse an den abgeschlossenen und anstehenden Sanierungsarbeiten am Aachener Dom führten ihn in die Kaiserstadt, wo ihn Dombaumeister Helmut Maintz und Dompropst Helmut Poqué bei einem Rundgang über die Arbeiten informierten.

Die Restauration der Karls-Tür ist bereits abgeschlossen, ebenso der Nachguss eines Schlusssteines im Gewölbe des Doms in der Chorhalle, die dieses Jahr 600 Jahre alt wird. Den Gang durch die Kellerräume nutze Groschek für die Anfertigung einer kleinen, aus Steinersatz hergestellten Figur, wie sie sich in der Annakapelle an einem Fries befindet – ein Abschlussband zwischen Gemäuer und Dach.

Natürlich durfte dabei auch nicht der Bleiabdruck eines Minidoms fehlen. Denn wann sonst bekommt man die Gelegenheit, selbst ein kleines Stückchen Dom anzufertigen? Wieder am Tageslicht ging es vorbei am Grab Otto des Dritten und Kaiser Karls Thron. Die Sonnenstrahlen, die durch die hohen bunten Fenster fielen, ließen die Kirche in ihrem schönsten Licht erstrahlen.

Den Augenblick genoss auch Minister Groschek, bevor es die enge Wendeltreppe zum Dachstuhl hinauf ging. Der Duft nach frischem Holz war überall zu riechen, die dortigen Arbeiten sind allerdings abgeschlossen, wie Helmut Maintz erzählte: „Der Dachstuhl hatte große Schäden davon getragen, was vor allem an dem gescheckten Nagekäfer lag, der sich im Holz eingenistet hatte. Jedoch konnten wir 90 Prozent der Substanz erhalten. Gekostete hat die Sanierung 1,5 Millionen Euro.“

Noch ein paar Meter ging es weiter oben und die Besucher- und Expertengruppe stand in windiger Höhe auf dem Bleidach des Sechszehnecks. Dieses 700 Quadratmeter große Dach wird aller Wahrscheinlichkeit im Sommer diesen Jahres saniert. „Das alte Dach hat 50 Jahre gehalten, die Qualität war damals noch nicht so optimiert wir heute“, erklärte Dompropst Poqué und ergänzte: „Wir haben zwecks der Sanierung auch Fördermittel vom Land beantragt und werden die Arbeiten in drei Jahresabschnitte gliedern. Denn die Schwierigkeit ist, dass bei Abheben des Bleis ein Wetterschutzdach vorhanden sein muss, da sonst Wasser in die Rinne und ins Gewölbe fließt.“ Man rechne damit, dass 2016 alles fertig sei und kalkuliert 1,5 Millionen Euro an Kosten.

Vor Juni möchte man allerdings nicht mit den großen Arbeiten beginnen, da zur Heiligtumsfahrt, die ebenfalls im Juni stattfinden wird, keine Gerüste oder Ähnliches am Dom stehen sollen.

Minister Groschek bekam nicht nur allerhand Informationen, zum Schluss wartete noch ein besonderes Highlight auf ihn: Auf den Brücken des Doms genoss er den traumhaften Blick über Aachen bei untergehender Sonne. Eindrücke, die er sicher gerne mit nach Düsseldorf nimmt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert