Aachen - Minister Groschek plädiert für umstrittene Campusbahn

Minister Groschek plädiert für umstrittene Campusbahn

Von: Tim Habicht
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Befürworter der Campusbahn: N
Befürworter der Campusbahn: NRW-Minister Michael Groschek (l.) war zu Gast bei Dr. Helmut Bergstein und dem Unternehmen IVU Traffic Technologies. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Das Projekt Campusbahn ist in der Aachener Politik längst ein zentrales Thema. Größenwahn oder Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur?

Die Arbeitsgemeinschaft „Selbstständige in der SPD” ist von seiner Notwendigkeit überzeugt und hat das Projekt dem NRW-Landesminister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr, Michael Groschek, bei einer Infoveranstaltung vorgestellt. Das Ergebnis ist eindeutig: Michael Groschek spricht sich für die Campusbahn aus.

Zur Begrüßung auf der Infoveranstaltung erklärte SPD-Bundestagsabgeordnete Ulla Schmidt: „Es ist ein Zukunftsprojekt und wegweisend für die Region. Die Entwicklung von Schienensystemen ist wichtig in Aachen. Wir möchten endlich auch etwas davon zeigen, was wir an der RWTH vor Ort entwickeln. In Aachen besitzen wir mit der Expertise an der Hochschule und der Tradition im Schienenbau die optimalen Bedingungen.”

Trotzdem: Das Großprojekt stößt bei vielen Menschen vor allen wegen seiner immensen Kosten auf Kritik. Den Befürwortern wird Größenwahn vorgeworfen. Karl Schultheis von der Aachener SPD relativiert: „Wir haben mit einem ständigen Anstieg der Fahrgäste zu kämpfen. Dadurch kommen Engpässen im Busnetz vor. Das Busnetz weiter auszubauen, ist allerdings keine Optimierung. Wir müssen schließlich auch die Ökologie und den Klimawandel beachten.”

Nicht nur, dass Aachen von Brand über die Innenstadt bis zur Uniklinik mit einer eigenen Trasse verbunden würde und damit der Engpass in Sachen Busnetz beseitigt werden soll. Es geht um Nachhaltigkeit und die Vernetzung von verschiedenen umweltfreundlichen Systemen. Im Innenstadtbereich soll die Campusbahn batteriebetrieben fahren - ohne störende Oberleitungen. Diese Trasse soll dann auch für andere Fahrzeuge wie E-Autos nutzbar sein.

In die Bahn einsteigen, an einer Haltestelle auf ein Pedelec umsteigen und später wieder die Bahn benutzen, das soll möglich sein - alles elektronisch, alles umweltschonend. So soll die Zukunft im ÖPNV aussehen. Laut SPD führe kein Weg an der Campusbahn vorbei. Man habe viele verschiedene Optionen und Alternativen analysiert, und am Ende habe sich eindeutig die Campusbahn als das Optimale für Aachen herausgestellt.

Das sieht Landesminister Groschek genau so: „Wir müssen trotz Einsparungen im Haushalt Zukunftsprojekte wie die Campusbahn nicht nur beschreiben, sondern auch bestreiten. Es ist eine riesige Zukunftschance für Aachen und das gesamte Land NRW. Das Projekt muss ganz oben auf die Liste vom Bundestag kommen.”

Wichtig sei auch, dass die Campusbahn als Blaupause für andere Städte dienen könne und Aachen als Stadt eine größere Ausstrahlungskraft erhalten würde. Der Nahverkehr müsse attraktiv sein, und das sei die Campusbahn eindeutig. Dabei wurde immer wieder betont, dass die Campusbahn keine „Insellösung” sein soll, sondern eine Vernetzung mit der gesamten Euregio möglich sei.

Fehlt noch die richtige Finanzierung. Zuletzt war sogar im städtischen Haushaltsentwurf der Kämmerin von möglichen Steuererhöhungen wegen der Millionen-Kosten die Rede.

Wie realistisch ist also die Verwirklichung der Campusbahn? „Doch, die Chancen stehen gut”, betont Ulla Schmidt. Und am Ende der Veranstaltung fasste sie zusammen: „Das, was wir jetzt nicht tun und in die Wege leiten, wird uns später auf den Kopf fallen.”
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