Millionenprojekte an Aachens Schulen: Neue Mensa als Augenschmaus

Von: Thorsten Karbach
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Ein Spiegelbild der neuen Schu
Ein Spiegelbild der neuen Schulbaukultur: Der Erweiterungsbau für das St.-Leonhard-Gymnasium mit der neuen Schulmensa ist ein architektonischer Augenschmaus. Die Fassade der Kirche St. Michael wird in der Fassade der Mensa abgebildet. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Von wegen Schulferien. Jede Menge Hausaufgaben müssen zumindest in drei Aachener Gymnasien gestemmt werden - von den Bauleuten und Handwerkern. Denn an St. Leonhard, am Rhein-Maas-Gymnasium und am Couven-Gymnasium gilt es, neue Mensen so schnell wie möglich in Betrieb nehmen zu können.

Entsprechend heiß her geht es, damit die Küche zum Schulstart nicht kalt bleibt. Doch schon jetzt ist klar: Dieser Termin wird nicht an allen drei Schulen eingehalten werden können.

Am Couven-Gymnasium haben Vergabeprobleme beim Rohbau für Verzögerungen gesorgt. Die etwa 2,1 Millionen Euro teure Mensa nach dem Entwurf des Düsseldorfer Büros Eller & Eller - der Planer war selbst Couven-Schüler - kann nun wohl erst Ende September in Betrieb genommen werden. Bis dahin muss improvisiert werden.

Am Rhein-Maas-Gymnasium soll bis dahin die neue Mensa längst von bis zu 125 Kindern gleichzeitig besucht werden. An Stelle eines Pavillons ist hier für 2,5 Millionen Euro nach einem Entwurf des Aachener Büros Hausmann gebaut worden. Außer der Mensa gewinnt die Schule drei Klassenräume für differenzierten Unterricht.

Nach den Ferien fertig will man an dem wohl spektakulärsten Mensa-Neubau sein: am Gymnasium St. Leonhard. „Das werden wir schaffen”, kündigt Manfred Lennartz vom städtischen Gebäudemanagement an. Das schmucke Haus auf dem ehemaligen Brot-Schneider-Parkplatz, in dessen Fassade sich das Portal der Kirche St. Michael spiegelt, ist fast fertig - zumindest im Erdgeschoss, wo die Mensa einziehen wird.

Schnell trocknender Spezialestrich sorgt dafür, dass die Küche zügig aufgebaut werden kann - Platz sollen letztlich 130 Kinder gleichzeitig haben. Der Entwurf des Aachener Büros „pbs architekten” sieht außerdem Physikräume und Platz für die Oberstufe vor. Rund 3,6 Millionen Euro kostet das Projekt in der Innenstadt. Das Problem liegt hier vor der Tür. Die Prinzenhofstraße wird nach AZ-Informationen nämlich nicht bis zum Start des neuen Schuljahrs am 22. August fertig werden. Eine Baustelle bleibt - und eine Art Notkonzept muss erarbeitet werden, um die Schüler durch die Baustelle in die Mensa zu bekommen.

Erste Arbeiten starten in den Ferien auch an der Luise-Hensel-Realschule. Dort wird ein Pavillon abgebrochen, um Platz für einen Anbau zu schaffen. Der wurde vom Aachener Architekturbüro Hahn Helten entworfen.

Der eigentliche Baubeginn der 1,85-Millionen-Euro-Mensa ist auf März 2013 datiert. Dann folgen etwa 16 Monate Bauzeit. Schneller geht es am Einhard-Gymnasium. Dort liegt die Baugenehmigung für den Umbau des Seminargebäudes an der Malmedyer Straße vor. Auf ein halbes Jahr schätzt Lennartz die Bauzeit.

Für die Stadt sollen sich die Investitionen letztlich auch ökologisch auszahlen. Denn gebaut wurde nach dem seit 2010 geltenden „Aachener Standard” für städtische Um- und Neubauten, der enorm geringe Energiekosten bedingen soll. Fast wie ein Passivhaus sollen die Mensen hinter gewaltiger Wärmedämmung arbeiten. Und außerdem sind sie allesamt mehr als nur Zweckbauten. „Die sehen alle hervorragend aus. Schulen sind längst zum Lebensraum geworden und sollen entsprechend aussehen”, betont Lennartz.

Doch bis dahin gibt es eben noch reihenweise Hausaufgaben.

Größtenteils noch in den Ferien wird der Schulhof des Kaiser-Karls-Gymnasium aufwendig erneuert. 400.000 Euro wird die Stadt investieren. „Das hat es in dieser Größenordnung so noch nicht gegeben”, erklärt Manfred Lennartz vom städtischen Gebäudemanagement.

Bedingt wird dieser Aufwand auch durch den Umbau des benachbarten Internationalen Zeitungsmuseums. Dort wird eine Terrasse entstehen - mit Blick auf den nun alles andere als schönen Schulhof.

„Der neue Schulhof passt dann wunderbar ins Konzept des umgebauten Museums. Es wird ein richtiger kleiner Park”, sagt Lennartz.

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