Lewandowski Freisteller

Millioneninvestitionen in hunderte neue „Studentenbuden”

Von: stm
Letzte Aktualisierung:
Brückenbaukunst: Die „CHIO-B
Brückenbaukunst: Die „CHIO-Brücke” über die Krefelder Straße ist ein „Hingucker”. Allerdings ist sie doch noch teurer geworden als geplant. Knapp 60 000 Euro konnten nicht mehr durch Sparen an anderer Stelle gedeckt werden und müssen draufgezahlt werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ob sich der Maschinenführer schon einmal bei „Wetten, dass” beworben hat, ist nicht überliefert. Fakt ist aber, dass er mit der tonnenschweren Schere an seinem Bagger zentimetergenau „knabbern” kann. Das tut er gerade am alten „Demag-Wohnheim” an der Hainbuchenstraße nahe dem Königshügel.

Der schmucklose Altbau wird abgerissen. 2011 hat das Studentenwerk das Gebäude von der Stadt gekauft. Jetzt soll dort ein neues modernes Studentenwohnheim mit 182 Unterkünften entstehen. Bis Oktober 2013 soll das neue Haus stehen.

Es ist dies der Auftakt zu einer Wohnheimoffensive des Studentenwerks, mit der der drohenden studentischen Wohnungsnot ein Stück entgegengewirkt werden soll. Parallel wird ein ähnlich großes Haus in Jülich gebaut. Spätestens Mitte 2013 soll dann der Bau des größten neuen Studentenhauses beginnen. Dieses soll mitten im Gebiet des Campus Melaten entstehen und sogar 330 Unterkünfte bieten. In Kooperation mit der Stadt läuft dafür zurzeit ein europaweiter Wettbewerb, an dem sich laut Studentenwerk 174 Architekturbüros beteiligen.

Programm eine „Mogelpackung”

An der Hainbuchenstraße entstehen drei Gebäude, die zwei bis sechs Geschosse haben. Überwiegend werden die aus Einraumwohnungen bestehen. Zudem soll es ein großzügiges Raumangebot und zahlreiche Freizeiteinrichtungen geben, wie Dirk Reitz, Studentenwerksgeschäftsführer erläutert. Die kurze Bauzeit wird unter anderem durch eine Bauweise mit Betonfertigteilen erreicht. Die Betriebskosten sollen unter anderem mit einem Blockheizkraftwerk klein gehalten werden. Mit den neuen Wohnheimen will man ein Stück weit vor allem vor dem Studentenansturm im Wintersemester 2013/14 gewappnet sein.

Finanziert wird der 13 Millionen Euro teure Neubau an der Hainbuchenstraße alleine aus Mitteln des Studentenwerks. Das ist Anlass für Geschäftsführer Dirk Reitz, in diesem Zusammenhang hart mit der Landesregierung ins Gericht zu gehen. Diese habe zwar in der vergangenen Woche ein Förderprogramm für den studentischen Wohnungsbau verabschiedet. Doch dabei handelt es sich nach Meinung von Reitz um eine „Mogelpackung”. Die Darlehen seien mit Bedingungen verbunden, die gar nicht mit den Anforderungen des studentischen Wohnungsbaus vereinbar seien. Dazu gehöre zum Beispiel die Auflage, Mietnebenkosten einzeln abzurechnen. Dies aber würde laut Reitz erhebliche Mehrkosten für Verwaltung und technische Ausstattung zur Folge haben, wodurch wiederum die Mietpreise in den Wohnheimen klettern würden.

Zudem sehe das Förderprogramm vor, dass die Studentenwohnungen später auch als Seniorenwohnungen genutzt werden könnten. Laut Reitz könnten die Studentenwerke die ihnen zur Verfügung gestellten Wohnheimgrundstücke aber nur für studentische Wohnungen nutzen. Außerdem werde übersehen, dass studentischer Wohnraum ganz anders strukturiert sei. Reitz: „Wir brauchen vor allem Einzelappartements. Hinzu kommt, dass Senioren ihren Lebensabend später wohl kaum auf dem Campus verbringen möchten.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.