Millionen für eine runde Sache

Von: Thorsten Karbach
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Investionen an der Prämienstr
Investionen an der Prämienstraße sollen sich auszahlen: 3,75 Millionen Euro werden in den Umbau der Schleidener Straße gesteckt. An dieser Stelle soll ein Kreisverkehr mehr Sicherheit - vor allem für Fußgänger - schaffen. Ein zweiter entsteht ein paar Meter weiter. Foto: Andreas Steindl

Walheim. Es geht rund in Walheim, wenn 2013 für rund 3,75 Millionen Euro die Schleidener Straße umgebaut wird. Die Hauptverkehrsstraße ist eben in die Jahre gekommen, die Fahrbahn marode. Es fehlen Fuß- und Radwege, obwohl hier Kinder zur Schule oder zum Sportplatz gehen und geordnete Parkflächen gibt es auch nicht.

All das wird es geben, doch im Mittelpunkt des Umbaus auf einer Länge von etwa 1,47 Kilometern (zwischen „Heidchen” und „Auf der Kier”) stehen zwei Kreisverkehre, die dem Ort auch baulich ein prägnantes Zentrum geben sollen.

Der eine Kreisverkehr wird die Kreuzung Schleidener Straße/Hahner Straße/Montebourgstraße ersetzen, an der bislang Ampeln (es sind die einzigen auf der Schleidener Straße) den Verkehr regeln. Der andere entsteht nur ein paar Meter weiter an der Einmündung Prämienstraße.

Die Abzweigung in die Haupteinkaufsstraße des Ortes musste bislang ohne Ampeln auskommen. Auch wenn sie nicht als Unfallschwerpunkt in die Akten eingegangen ist, wird sie als unübersichtlich und gefährlich eingestuft - insbesondere weil hier wie an vielen anderen Abschnitten der Schleidener Straße ausreichende Fußwege fehlen.

Es ist die große Lösung für die Schleidener Straße, die als Teil der L233 von Kornelimünster Richtung Eifel führt. Und sie wird lange Zeit für Umleitungen und Einschränkungen auf den Walheimer Straßen sorgen. Das deutet sich bereits an, bevor die Pläne am 18. Januar in der Bezirksvertretung Kornelimünster/Walheim vorgestellt werden. Denn die Bauzeit wird rund 24 Monate betragen.

Dafür wird ein umfangreicher Maßnahmenkatalog abgearbeitet, der in erster Linie für mehr Sicherheit auf der Straße sorgen soll. Zwar wurden binnen Januar 2007 und Mai 2010 „nur” 37 Unfälle mit fünf verletzten Funßgängern und drei verletzten Radfahrern gezählt, so dass die Verwaltung in ihrer Vorlage für die Bezirksvertreter nicht von Unfallhäufungspunkten sprechen will.

Dafür bestehe aber eine latente Gefahr durch Missachtung der Geschindigkeitsbegrenzung - innerorts ist Tempo 50 angesagt. Laut einer Messung vom 19. Oktober 2007 fuhren rund 35 Prozent der erfassten Fahrzeuge mehr als 55 Stundenkilometer. Und die Schleidener Straße wird auf dem Weg aus der oder in Richtung Eifel rege frequentiert. 9000 Kfz wurden am 8. November 2005 zwischen 7 und 19 Uhr gezählt. Eine jüngere Erhebung gibt es nicht.

Aber von einer Steigerung des Wertes ist auszugehen, wenn auch nicht in Dimensionen, wie sie an der Trierer Straße vorliegen - dort wurden in Spitzenstunden in Autobahnnähe 23 000 Kfz gezählt.

Um die Sicherheit in Walheim entlang der gesamten Schleidener Straße zu erhöhen, wird überall ein neuer Gehweg angelegt - zwei bis drei Meter breit und durch Bordsteine von Parkflächen und Straße abgetrennt. Im Bereich der Ortseingänge, in Höhe Hausnummer 107 und an den beiden Kreisverkehren entstehen neue Mittelinseln und Querungshilfen. Sie sollen auch das Tempo auf der Straße entscheidend drosseln.

Die Querungshilfe am Vennbahnweg wird deutlich verbreitert. Bislang endet dort der zwölf Kilometer lange beliebte Radweg zwischen Rothe Erde und Walheim. In diesem Jahr aber wird er auf der anderen Seite der Schleidener Straße um vier Kilometer bis zur belgischen Grenze verlängert. Als „Ravel-Route” soll sie dann irgendwann bis nach Luxemburg führen. Für Radfahrer wird aber auch die Situation entlang der Schleidener Straße verbessert.

Denn es entstehen auf beiden Seiten anderthalb Meter breite Schutzstreifen. Die Straße selbst, bislang 10 bis 20 Meter breit und mit einer Decke von 1950 wird künftig etwa 8 bis 8,5 Meter breit sein und eine neue Asphaltdecke erhalten.

Das Bild der Straße sollen zudem Bäume entscheidend prägen. Auf westlicher Straßenseite werden durchlaufend neue gepflanzt, auf der anderen Straßenseite wird der Bestand ergänzt. Insgesamt sind 56 neue Bäume vorgesehen.

Um drei Bäume dreht sich auch die letzte Unbekannte in der Planung der beiden Kreisverkehre. Denn an der Abzweigung Prämienstraße stehen zwei Varianten zu Debatte. In Variante 1 müssten drei Bäume gegenüber der Prämienstraße gefällt werden. In Variante 2 bleiben die Bäume stehen, dafür müsste die Stadt 30 Quadratmeter Fläche im Bereich der Tankstelle ankaufen. Im Sinne des Baumschutzes wird diese Variante aber favorisiert.

Zwischen beiden Kreisverkehren soll dann auch eine neue zentrale Bushaltestelle eingerichtet werden - mit Unterständen und Fahrradabstellplätzen und barrierefrei. Bislang teilte sich die Haltestelle für acht Buslinien mit täglich 140 Fahrten auf zwei Straßenabschnitte. Sie wird zusammengeführt, um den Fahrgästen zusätzliche Wege zu ersparen.

Im April 2010 wurden an dieser Stelle an einem Werktag 1100 Ein- und Ausstiege gezählt. Sie erhalten eine neue Anlaufstelle. Doch zunächst muss es buchstäblich rund gehen in Walheim.
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