Milchautomat vier Mal geknackt

Von: Robert Esser
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Stinksauer: Der 1. Aachener Milchautomat am Bauernhof von Ingrid Kronenberg ist an vier Tagen hintereinander aufgebrochen worden. Dabei entstand erheblicher Sachschaden. Foto: Robert Esser

Aachen. Feinschmecker sind diese dreisten Einbrecher jedenfalls nicht: Die köstliche Kuhmilch haben die Diebe, die an vier Tagen hintereinander den 1. Aachener Milchautomaten vor dem denkmalgeschützten Bruchsteinhof „Gut Kreuzchen“ von Ulrich und Ingrid Kronenberg aufgebrochen haben, nicht angerührt.

„Die haben es nur auf das Bargeld abgesehen und dabei jedes Mal ziemlichen Sachschaden verursacht“, ärgert sich Ingrid Kronenberg am Freitag. Von den Tätern – nach Zeugenhinweisen zwei Jugendliche mit Kapuzenshirts – fehlt jede Spur. Polizei und Familie Kronenberg ( 02408/2745) hoffen nun auf sachdienliche Hinweise. „Vielleicht hat ja jemand beobachtet, wo die Täter mit ihrer Beute hingelaufen sind“, hofft Kronenberg. Ihr Hof liegt zwischen Aachen-Lichtenbusch und Sief, an der „Kreuzung“ Kinkebahn/Baumgartsweg neben der Monschauer Straße.

Seit 2009 ist der 1. Aachener Milchautomat in Betrieb – 365 Tage pro Jahr, 24 Stunden jeden Tag. „Nie ist irgendetwas passiert“, sagt die Bäuerin. Bis zur vergangenen Woche. „Die Leute haben den Automaten wahrscheinlich nachmittags und am frühen Abend aufgebrochen“, erklärt sie und schüttelt den Kopf. „Zu holen ist hier doch nur Kleingeld, aber die Reparaturkosten sind um ein Vielfaches höher.“ Damit der Automat nun vor weiteren Einbrüchen geschützt wird, wollen die Kronenbergs massive Metallriegel und ein Vorhängeschloss anbringen. Außerdem wird die Münzbox ab sofort mehrfach am Tag geleert.

„Wir haben auch über eine Videoüberwachung nachgedacht. Aber 100-prozentigen Schutz bietet so eine mindestens 600 Euro teure Überwachungsanlage auch nicht“, erklärt Kronenberg. Angesichts des Preises von 80 Cent für einen Liter frische Kuhmilch würde es ewig dauern, bis sich so eine Investition rentiert.

50 Liter fasst die Kanne im Automaten, 14 Grad Celsius beträgt die Ausgabetemperatur. „Wir machen auf jeden Fall weiter, lassen uns nicht entmutigen“, betont Ingrid Kronenberg. Schließlich sei der Verkauf ihrer frischen Kuhmilch – direkt vom Erzeuger und garantiert ohne irgendwelche Zusätze oder gar Gen-manipuliertes Futter – eine Herzensangelegenheit. Die Kronenbergs vertrauen nun darauf, dass die Stammkunden auch ein Auge auf den wertvollen Milchspender haben – „genauso wie unser Wachhund Gero“, wie Kronenberg lächelnd hinzufügt. Der sei auch Feinschmecker...

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