Aachen - Mietvertrag wird gekündigt: Atelierhaus sieht Kampf verloren

Mietvertrag wird gekündigt: Atelierhaus sieht Kampf verloren

Von: sed
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Aachen. „Die schriftliche Kündigung des Mietvertrages zum Ende 2011 liegt uns vor”, sagt Barbara Brouwers, Künstlervertreterin des Atelierhaus Aachen e.V. (AHA) und Dozentin für Design an der FH.

Damit ist es amtlich: Das beliebte Zentrum, das sich als Plattform und Förderer der regionalen Kunstszene sieht, habe „den Kampf gegen das Megaprojekt Campus verloren”. In diesem Rahmen soll das gesamte Gelände an der Süsterfeldstraße neu bebaut werden.

„Wir lassen momentan prüfen, ob es nicht doch noch einen Weg gibt, den Abriss zu verhindern”, sagt Nadja Bascha, Geschäftsführerin des AHA. Denkbar wäre die Umwandlung des alten Klosters in ein Denkmal. In jedem Fall sei die Existenz des AHA nicht in Frage gestellt worden, wurde von Seiten der Stadt versichert. Eine Umsiedelung der insgesamt 48 Künstlerateliers auf das alte Schlachthofgelände an der Jülicher Straße scheint am wahrscheinlichsten.

„Der städtischen Verwaltung ist an dem Erhalt und auch an der langfristigen Förderung des AHA gelegen”, versichert Bascha. Im Rahmen des Stadtteil-Erneuerungsprogramms „Soziale Stadt NRW” soll das Haus zehn Jahre lang mit Landesmitteln unterstützt werden.

Auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs ist ein Kreativviertel geplant, das sich nach Ansiedelung weiterer Künstler und Kulturinstitutionen mit etablierten Häusern wie dem Ludwig Forum und dem Neuen Aachener Kunstverein vernetzen soll. „Eine solche Vernetzung ist an der Süsterfeldstraße durch natürliches Wachstum schon geschehen. In dieser Hinsicht wäre es sinnvoller, das AHA hier zu lassen und mehr in das Campusprojekt einzubeziehen”, sagt Bascha.

Mit einem Sommerfest am Samstag will das Atelierhaus auf die prekäre Situation aufmerksam machen. Die Veranstaltung findet im Klostergarten statt, der zusammen mit dem Lehrstuhl für Plastik der RWTH Aachen unter dem Motto „Bigger than life” gestaltet wurde. Ab 12 Uhr wird ein abwechslungsreiches Programm mit Musik, Tanz, Lesungen und natürlich Ausstellungen der AHA-Künstler geboten. Die Kleinen kommen bei Kinderschminken, Kunst-Workshops und Märchen-Lesungen auf ihre Kosten.

Das bunte Treiben kann jedoch nicht über die trostlose Situation hinweg täuschen. „Ein neuer Standort gewährleistet nicht zwangsläufig, dass wir genügend Ateliers einrichten können. Außerdem ist die finanzielle Situation nach Ablauf der Förderung durch das Land noch nicht geklärt”, sagt Brouwers. „Außerdem soll die Einrichtung des neuen kreativen Viertels zusammen mit einem Investor geschehen - der will natürlich Geld sehen.”

Doch angesichts des Sommerfests schlägt der Trübsinn schnell wieder in Hoffnung um. „Sollte die Stadt sich entschließen, dass alte Kloster zu behalten, könnte sich das AHA sogar noch ausweiten”, meint Axel Friedrich, Dozent des Lehrstuhls Plastik an der RWTH. Die vorderen Räume der Anlage stehen seit einiger Zeit leer. Zuvor wurden sie komplett renoviert und als Übergangswohnheim für Asylbewerber genutzt. Ob sie künftig Künstlern Obdach geben können, werden die nächsten Monate zeigen.
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