Michaelsbergstraße: Ausbaupläne der Verwaltung erstmal gestoppt

Von: Stephan Mohne
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„Mehr Raum für die Michelkinder“: Die Grundschüler von der Michaelsbergstraße sagten Politikern und der Verwaltung am Dienstag plakativ ihre Meinung. Sie fordern mehr Platz fürs Lernen statt Wohnungen auf dem Schulgelände. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Es ist zumindest ein Teilerfolg für die Grundschule an der Mchaelsbergstraße in Burtscheid. Denn der Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss hat am Dienstag die Ausbaupläne der Verwaltung für die Schule gar nicht erst beraten.

Unter anderem Elternvertreter hatten in der vergangenen Woche kurzfristig gegen diese Pläne mobil gemacht. Denn auch kurzfristig war das Thema auf der Tagesordnung des Ausschusses aufgetaucht, der am Dienstag bereits einen konkreten Planungsauftrag erteilen sollte. Doch da waren sich die Politiker einig: So schnell schießen die Preußen nicht.

Am Bedarf vorbei

Bereits vor der Sitzung hatten sich Eltern und Kinder am Verwaltungsgebäude in der Lagerhausstraße, der Tagungsstätte des Ausschusses, postiert und hielten Spruchbänder für die Politiker und Verwaltungsvertreter bereit. „Mehr Platz für die Michelkinder“, hieß es da unmissverständlich. Denn sie sind sich sicher, dass die Pläne völlig am Bedarf der Schule vorbeigehen.

Dem Vernehmen nach ist man dieser Ansicht auch auf schulischer Seite. An der Michaelsbergstraße gibt es in Sachen offene Ganztagsschule (OGS) Kapazitäten für 75 Kinder. Tatsächlich sind aber bereits rund 180 der 200 Schülerinnen und Schüler in der Betreuung. Deshalb mussten bislang Zusatzräume in der Nachbarschaft angemietet werden. Eine Erweiterung der Schule tut mithin Not. Darüber hat sich auch die Verwaltung Gedanken gemacht und erste Pläne für einen Anbau vorgelegt. Einen solchen könne man nur zur Michaelsbergstraße hin bauen, wodurch jedoch auch ein Teil des Schulhofs wegfiele.

Die Pläne zeigen einen zweigeschossigen Baukörper, in dem es einen großen Multifunktionsraum nebst Atrium geben soll, der auch als Mensa genutzt werden könne. Rund 130 Quadratmeter Fläche würde dies bringen. Das, so sagen die Eltern, wäre sogar ein Rückschritt gegenüber dem heutigen Zustand, denn die angemieteten Räume hätten 140 Quadratmeter. Auch die Örtlichkeit sei unglücklich gewählt, einen besseren Standort sieht man im Bereich des überdachten Pausenbereichs neben der Turnhalle im hinteren Teil des Grundstücks. Dort habe nach Angaben von Nachbarn früher auch ein Gebäude gestanden, Fundamente könnten sogar noch vorhanden sein.

Doch die Verwaltung hat die Straßenseite offenbar nicht ganz ohne Hintergedanken gewählt. Vorgesehen ist nämlich, auf den Schulerweiterungsbau noch mehrere Etagen Wohnungen zu pflanzen, nach Möglichkeit öffentlich geförderte. Deswegen soll die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewoge sich um das gesamte Projekt kümmern. Doch auch das betrachtet man an der Schule mit einiger Skepsis und befürchtet Konflikte zwischen der Schul- und der Wohnnutzung. Zumal in diesem Fall eine weitere Aufstockung der Schulräume nicht mehr möglich wäre – obwohl die Grundschule seit Jahren wächst.

Die Politik will hier nicht den zweiten vor dem ersten Schritt machen. Die große Koalition meldet hier genauso Beratungsbedarf an wie die Grünen. Zunächst einmal müsse sich der Schulausschuss mit dem Thema befassen. „Wir finden es gut, dass die Verwaltung sich Gedanken macht, wo dringend benötigter Wohnraum entstehen kann. Aber vordringlich muss zunächst der Bedarf der Schule geklärt sein, und dann kann man sehen, was übrig bleibt“, sagt SPD-Fraktionsgeschäftsführerin Daniela Lucke. CDU-Fraktionschef Harald Baal fügt hinzu: „Da scheint es ja doch einen Dissens zwischen dem zu geben, was die Verwaltung annimmt, und dem, was die Schule braucht.“

Für die Eltern ist das zunächst einmal ein Zeitgewinn. Sie hoffen, dass die Schule in den weiteren Prozess eng eingebunden wird. Was bisher offenkundig nicht der Fall war.

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