Metall-Diebstähle auf Friedhöfen: Serie reißt nicht ab

Von: Joachim Rubner
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Eine Reihe von Diebstählen hat sich in jüngster Zeit erneut auf Aachener Friedhöfen ereignet.

Auf dem Westfriedhof II an der Vaalser Straße wurden zum Beispiel sieben hochwertige Madonnen aus Bronze mit einem Wert von rund 3000 Euro das Stück von Metalldieben von den Grabsteinen fein säuberlich getrennt und gestohlen.

„Diebe kommen zum Teil auf aberwitzige Ideen, um an Metall zu kommen”, weiß Axel Costard, Sprecher der Stadt Aachen. „Es werden sogar Buchstaben aus Metall von den Grabsteinen gelöst und Grableuchten aus Metall gestohlen. Es ist sehr bedauerlich, dass derartige Dinge gemacht werden, nur um an ein paar Euro zu kommen”, bedauert Costard. Er könne allen Angehörigen nur dringend raten Anzeige zu erstatten.

Obwohl die Polizei ab und zu mit Motorrollern über die Friedhöfe fahre, sei eine völlige Überwachung der Aachener Friedhöfe nicht möglich, denn alleine der Westfriedhof habe eine Größe von 29 Hektar. Die Friedhöfe wie in früheren Jahren abends abzuschließen, sei auch keine gute Lösung, da die Stadt in der Vergangenheit viel Ärger deswegen bekommen habe.

Betroffen gewesen seien meist ältere Leute. Es sei für die Eingeschlossenen dann sehr schwierig gewesen, auf sich aufmerksam zu machen. Costard: „Ich fürchte, wir müssen mit diesem Problem leben, zum Glück gehen die Metallpreise im Augenblick in den Keller.”Auch auf anderen Friedhöfen ist die Situation nicht anders als auf dem Westfriedhof II.

Für den Bereich Hüls und Ostfriedhof wurde in den vergangenen zehn Monaten 35 größere Zerstörungen oder Diebstähle registriert. Einen drastischen Fall gab es erst kürzlich auf dem Ostfriedhof: Dort mussten Angehörige bei einer Urnen-Beisetzung feststellen, dass wohl am Tag zuvor der Korpus ihres Grabkreuzes mit brutaler Gewalt gestohlen wurde, so dass auch der Grabstein beschädigt wurde und abgebrochene Teile des Korpus noch sichtbar waren.

Nicht nur, dass diese zum Teil 100 und mehr Jahre alten Symbole unwiederbringlich verloren sind, sondern auch, dass die Angehörigen dieses Bild der Verwüstung während einer Beisetzung bemerken mussten, schmerzt auch die Stadt.
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