Messerattacke auf Weg ins Seniorenstift

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen/Herzogenrath. Es sollte am 17. Mai im vergangenen Jahr ein beschaulicher Ausflug in die Eifel werden. Doch dem im landesweiten Programm „KURS“ betreuten Gewalttäter Hans-Willi M. (69) stand überhaupt nicht der Sinn danach, sich in der schönen Eifellandschaft einen Platz in einem Seniorenheim aussuchen zu müssen.

Nachdem ihn ein Bewährungshelfer und zwei Polizeibeamte am Morgen in seiner Merksteiner Wohnung abgeholt hatten, kam es bei der Autofahrt zu der Tat, die jetzt vor dem Aachener Schwurgericht (Vorsitz Richter Arno Bormann) als versuchter Totschlag verhandelt wird. Denn M. zückte plötzlich ein Messer und griff den vor ihm sitzenden Bewährungshelfer an, fügte ihm von hinten einen oder zwei Stiche in den Oberarm zu.

Oft aufbrausend

Die ihn im „KURS“-Programm betreuende Beamtin saß fassungslos neben Hans-Willi M. auf dem Rücksitz und musste mit ansehen, wie er sich drohend mit dem Messer auch zu ihr wandte. Doch sie blieb verschont, wie die Polizistin am Montag im Zeugenstand noch spürbar erleichtert berichtete. Mit der Messerattacke war die Sache in dem von Merkstein losgefahrenen und sich bei der Tat an der Peripherie von Alsdorf befindlichen Polizeifahrzeug noch nicht gegessen.

Wie aus dem Nichts habe er zusätzlich noch eine spitze Kanüle in der Hand gehabt. Da habe sie sich gegen den Angreifer geworfen und ihn in der Ecke des Wagens festgeklemmt. Zusätzlich vollführte der Fahrer des Wagens, ein weiterer Polizist, eine Vollbremsung mitten auf der Landstraße und entwandt M. mit einem schnellen Griff nach hinten das Messer.

Bereits vorher sei M., der in letzter Zeit in seiner Merksteiner Wohnung immer weniger gut alleine zurecht gekommen sei, sehr unruhig und wie so oft aufbrausend gewesen. Schon wochenlang habe er des Öfteren Streit mit dem späterem Opfer, seinem Bewährungshelfer, gehabt. Der hatte den Termin in der Einrichtung in Blankenheim organisiert.

Einverständnis eingeholt

Auf die Frage der Freiwilligkeit legte der Verteidiger von Hans-Willi M., Anwalt Rainer Dietz, großen Wert. Polizistin Heike R. (48) machte aber klar, dass man sehr wohl das Einverständnis von M. eingeholt habe. So sei er an diesem Morgen zuerst ruhig gewesen und dann erst auf der Fahrt nervös geworden. Er habe sogar versucht, trotz eingeschalteter Kindersicherung durch das offene Seitenfenster von außen die Hintertüre aufzumachen, um sich höchstwahrscheinlich aus dem fahrenden Wagen zu werfen.

Am kommenden Verhandlungstag (Donnerstag, 30. Januar) soll das Opfer zum zweiten Mal gehört werden.

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