Aachen - Messerangriff auf nächtliche Besucher: Es ging um eine Kaution

Messerangriff auf nächtliche Besucher: Es ging um eine Kaution

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Mehr und mehr lichtet sich vor dem Aachener Schwurgericht der Nebel um einen Fall von versuchtem Totschlag, der sich bereits 2007 in der Aachener Wirichsbongardstraße ereignet hatte. Damals, in der Nacht des 14. April, soll der 46-jährige Angeklagte Van Tu N. zwei Männer mit Messerstichen verletzt haben. Einer davon konnte nur in einer Notoperation gerettet werden.

Der aus Vietnam stammende Angeklagte, der als Koch sein Geld verdient, hatte einem Mann für zwei Monate seine Wohnung in der Aachener Innenstadt überlassen. Das ging aus der richterlichen Vernehmung eines der beiden Männer kurz nach der Tat hervor, der bereits 2007 wegen aufenthaltsrechtlicher Problem wieder nach Vietnam abgeschoben worden war

Der Landsmann wollte bei einem Asia-Grill in Aachen arbeiten, hatte aber keinen Wohnsitz in der Region und suchte somit eine Unterkunft. Er habe seine unrechtmäßig einbehaltene Kaution von 300 Euro zurückfordern wollen, hatte er damals bei der Vernehmung angegeben.

An diesem Abend war der Geschädigte mit einem Freund, seiner Freundin und einer weiteren unbekannten Frau zu der Wohnung des Angeklagten gekommen und wollte die Summe einfordern. Beim ersten Mal habe der Angeklagte die Vier noch hereingelassen, sie mussten schließlich aber unverrichteter Dinge wieder abziehen. Dann, beim zweiten Versuch kurz nach 23.40 Uhr, kam es zu der blutigen Tat.

Der Schwerverletzte gab damals an, er sei mit dem Kollegen, einem Grillbesitzer, den er als Zeugen mitgenommen hatte, mit dem Aufzug zur Wohnung von N. gefahren. Die beiden Frauen hätten die Treppe genommen.

Oben habe der Wohnungsbesitzer sofort wütend auf sie eingestochen. Der Geschädigte versuchte noch, sich mit einer Bierflasche zu wehren, hieß es in der Vernehmung.

Ein Polizist bestätigte der Vorsitzenden des Schwurgerichts, Richterin Hildegard Tag, dass auf dem Treppenabsatz der abgebrochene Hals einer Bierflasche gelegen hatte. Die Türen der angrenzenden Nachbarwohnung seien blutverschmiert gewesen. Das Opfer hatte versucht, dort zu klingeln, es war aber niemand zu Hause. Der Verletzte flüchtete dann von dem vierten in den fünften Stock.

Der Täter war beim Eintreffen der Polizei ebenfalls geflüchtet. Er wurde erst fünf Jahre später in Berlin aufgegriffen. Der Prozess wird am 23. Juli fortgesetzt.

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