Messe im Zeichen des Fachkräftemangels

Von: Christiane Chmel
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Aachen. Ganz im Zeichen des Fachkräftemangels steht die „Gesundheitsfachberufemesse“, die am 26. Juni zum dritten Mal stattfindet. Die Stadt Aachen ist einer der 27 euregionalen Partner, die im Rahmen des Projektes „Future proof for cure and care“ den ganzheitlichen Ansatz verfolgt, dem Personalproblem im Pflegesektor zu begegnen.

Insgesamt stehen dem Vorhaben in der Förderperiode 2011 bis 2014 dafür rund 3,6 Millionen Euro zur Verfügung.

„Schon heute ist der einsetzende Fachkräftemangel spürbar“, erklärte Dieter Begaß, städtischer Fachbereichsleiter Wirtschaftsförderung/Europäische Angelegenheiten im Vorfeld der Messe. Aufgrund des demografischen Wandels benötigten Pflegeeinrichtungen immer mehr gut ausgebildete Kräfte, während immer weniger Personal zur Verfügung stünde. „Immer weniger junge Menschen interessieren sich für dieses Berufsfeld“, so Begaß. „Dem wollen wir mit umfassenden Informationen entgegen wirken.“

Berufe zu wenig bekannt

Rund 30 Aussteller werden am 26. Juni im Technologiezentrum am Europlatz zwischen 9 und 13 Uhr nicht nur verschiedenen Berufe sowie Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten vorstellen, sondern auch einen Bewerbungscheck, zahlreiche Workshops und einen Berufsparcours anbieten. Auf dem Parcours können Schüler Gesundheits- und Pflegeberufe hautnah erleben. Die Workshops finden zu Themen wie „Wege in die Pflegeberufe“ oder „Gesundes Handwerk: Berufsbilder wie Orthopädieschuhmacher oder Augenoptiker“ statt. Denn nicht nur die klassischen Berufe in der ambulanten und stationären Pflege gehören zu den Ausbildungsangeboten in der Gesundheitswirtschaft. „Der Beruf des Orthopädieschuhmachers ist zum Beispiel zu wenig bekannt“, erklärte Ralf Hirsch, Geschäftsführer von „Orthopädie Hirsch“. „Die wenigsten wissen, dass unser Tätigkeitsfeld auch Biomechanik und viele Bereiche aus dem Sport umfasst.“

„Die Gesundheitswirtschaft ist für Aachen sehr wichtig“, betonte Oberbürgermeister Marcel Philipp. „Aachen hat sich zu einer Modellregion in diesem Bereich entwickelt. Wenn jedoch nichts geschieht, werden 2030 rund 3000 Pflegekräfte in der Region fehlen.“ Auch Jürgen Koch, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Aachen-Düren, betonte die wachsende Problemlage in den Pflegeberufen: „Die Vakanzzeit eines Stellenangebotes für einen examinierten Altenpfleger beträgt in Aachen rund 200 Tage. In NRW ist eine solche Stelle im Durchschnitt bereits nach 131 Tagen besetzt.“ „Gesundheitsberufe gelten leider nicht als besonders cool“, stellte Achim Steinbusch, Fachbereichsleiter Personal des Vinzenz-Heims fest. Uns geht es vor allem darum, jungen Leuten zu zeigen ,wie der Gesundheitsbereich heute aussieht: modern und durchaus interessant.“

Koordination durch die Stadt

Koordiniert wird das Projekt auf deutscher Seite durch die städtische Wirtschaftsförderung. Weitere Partner aus Deutschland sind unter anderem das Universitätsklinikum, das Luisenhospital, die Katholische Hochschule, der Zweckverband Region Aachen und die Städteregion. Vernetzt ist das Projekt darüber hinaus mit dem Aachener Ideenzirkel Zukunft der Pflegeberufe, um gemeinsam eine Modellregion Pflege zu verwirklichen und „gegen den Trend“ die Probleme in den Pflegeberufen anzugehen. Über 300 Schüler haben sich bereits für die „Gesundheitsfachberufemesse“ angemeldet. Infos und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es im Internet unter www.aachen.de/gesundheitsberufemesse oder unter Telefon 0241/4327657.

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