Mentoren-Projekt „Amento”: Viel mehr als einfach bloß Nachhilfe

Von: Aljona Hartstock
Letzte Aktualisierung:
„Amento-Projekt” in der Haup
„Amento-Projekt” in der Hauptschule Drimborn: Die Mentoren Carolina Kronenwerth, Henriette Moisel, Albert Schmidt sowie Dieter Genten (Sozialwerk), Schulleiterin Annett Koch-Thoma und Wieslawa Wilkowska (Sozialwerk, von links) stellten mit Rosalia Küpper, Corinna Mohne, Tamara Schulte (alle Schüler) das Projekt vor. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Nachhilfeunterricht, der auch dem Lehrenden selbst etwas bringt und nicht bei der Behandlung des Schulstoffs aufhört - so muss man sich das Aachener Mentorenprojekt („Amento”) des Sozialwerks Aachener Christen vorstellen.

„Die Mentoren helfen den Schülern auch bei der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz und begleiten sie im Idealfall sogar noch während der Ausbildung”, erklärt Marion Knur. Die Sozialpädagogin betreut das Amento-Projekt bei der GHS Drimborn und hat schon einige Erfolgsgeschichten miterlebt. Sie berichtet von einer Schülerin, die vor dem Einstieg ins Mentorenprogramm weit davon entfernt war, ihre Fachoberschulreife zu erhalten. Nachdem ihr der Ehrenamtler Albert Schmidt als Mentor zugeteilt wurde, konnte sie ihre Noten verbessern. Danach begann sie eine Ausbildung zur Kinderpflegerin, die sie inzwischen ebenfalls erfolgreich abgeschlossen hat.

An der GHS Drimborn nehmen zurzeit 17 Schüler an dem Amento-Projekt teil; sie werden von elf Mentoren betreut. Dabei würden noch viel mehr Schüler gern an dem Programm teilnehmen. „Unsere Warteliste ist lang”, sagt Schulleiterin Annett Koch-Thoma.

Ehrenamtler, die sich an dem Amento-Programm beteiligen wollen, können sich beim Sozialwerk Aachener Christen darum bewerben. Sie werden dann auch in anderen Schulen eingesetzt. „Das Projekt ist nicht nur auf Hauptschulen begrenzt. Auch Gymnasiasten können Probleme haben”, sagt Wieslawa Wilkowska vom Sozialwerk. Damit ist nicht gesagt, dass nur schlechte Schüler gefördert werden. „Manche Schüler wollen von sich aus mehr”, weiß Sozialpädagogin Knur.

Wichtig ist, dass die Chemie zwischen Mentor und Schüler stimmt. „Es entwickeln sich persönliche Beziehungen”, sagt Koch-Thoma. Im Idealfall halten diese über Jahre. Dabei ist das Mentorenprogramm keine Einbahnstraße. „Wir tun uns auch selbst etwas Gutes. Es ist schön, völlig frei von äußerem Druck eine Hilfe anbieten zu können, die so gern angenommen wird”, sagt Schmidt, der seit fast drei Jahren den Schülern der GHS Drimborn als Mentor mit Rat und Tat zur Seite steht. Bevor er in Ruhestand gegangen ist, unterrichtete er Mathematik und Elektrotechnik an einer Berufsschule und lebte unter anderem zwei Jahre in Afrika.

Heute übt er mit Rosi Küpper (17) und Corinna Mohne (16) eine Stunde pro Woche. Meist steht Englisch auf dem Programm, aber Schmidt hilft auch bei anderen Fächern, wenn die Schülerinnen ihn darum bitten. „Ich habe vor kurzem meine erste drei in Englisch geschrieben”, freut sich Rosi. Wenn sie mit der Schule fertig ist, möchte sie Raumausstatterin werden. Ein Praktikum in diesem Bereich hat sie auch schon gemacht. Das hat sie allerdings allein und ohne die Hilfe ihres Mentors gefunden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert