Melatener Straße: Neun Bagger fressen eine Brücke

Von: Andreas Cichowski
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Eine Behelfsbrücke wird platziert: Das provisorische Bauwerk soll es Fußgängern und Radfahrern während der Arbeiten für die neue Brücke an der Melatener Straße ermöglichen, den Pariser Ring zu überqueren. Foto: Andreas Cichowski
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Bagger-Ballett: Fast wie einer Choreographie folgend, fressen sich die schweren Maschinen durch das alte Mauerwerk. Foto: Andreas Cichowski

Aachen. Laut und staubig ging es am Wochenende am Pariser Ring zu. Tonnenschweres Gerät machte der Brücke an der Melatener Straße den Garaus. Mit Hydraulikhämmern und Abbruchscheren ausgestattet, knabberten acht Bagger zeitgleich am Überbau des Bauwerks, ein weiterer legte das restliche Widerlager frei.

Das gewaltige Bauwerk, das einst Autofahrer und Busse über den Pariser Ring führte und die Hörn mit der Forckenbeckstraße und Instituten der RWTH verband, ist nun Geschichte. Dem Bau der neuen Geh- und Radwegebrücke über die L260 steht nichts mehr im Wege – zumindest nicht die alte Brücke.

Vor zwei Wochen hatten die ersten Vorbereitungen für den Abriss begonnen. Am Freitag um 6 Uhr wurden dann der Pariser Ring gesperrt, die Leitplanken abgebaut und unzählige Ladungen Kies zum Schutz der Fahrbahn verteilt, so dass die Maschinen sich ans Werk machen konnten. Bereits am Abend war der komplette Überbau dem Erdboden gleichgemacht. Übrig blieben am Samstag rund 1150 Kubikmeter Schutt, die es zu sortieren und auf Kipplaster zu verladen galt. Mit dem zuvor aufgeschütteten Fallbett macht das rund 140 LKW-Fahrten. Am Sonntagnachmittag rückten bereits die Kehrmaschinen zur Säuberung der Fahrbahn an.

Grund für den Abbruch der 1976 errichteten neun Meter breiten Brücke seien Schäden am Spannstahl, die herstellungsbedingt aufgrund der verwendeten Stahllegierung möglich seien. „Wie sich in der Vergangenheit an anderen Brücken herausgestellt hat, können bei den zur damaligen Zeit verwendeten Spannstahlbewehrungen Probleme durch plötzliches Versagen und dadurch im schlimmsten Fall der plötzliche Einsturz der Brücke erfolgen“, erklärt Projektleiter Arnd Meyer vom Landesbetrieb Straßenbau. Im Rahmen der Gestaltung des Campus Melaten sei dort ohnehin nur noch eine Radfahrer- und Fußgängerverbindung vorgesehen, um den Verkehr auf der Hörn zu entlasten.

Parallel zu den Abbrucharbeiten lief auf der gesperrten Fahrbahn die Vormontage einer Behelfsbrücke, welche es Fußgängern und Radfahrern ermöglichen soll, während der Bauarbeiten den Pariser Ring zu überqueren. Die Konstruktion wurde am Sonntag per Kran auf provisorisch errichtete Stützen platziert und an die Geh- und Radwege angebunden – alles voll im Zeitplan. Auch die Umleitung des Verkehrs über die Forckenbeckstraße gelang problemlos. Lediglich zu Stoßzeiten kam es zu längeren Wartezeiten an der Abfahrt in Richtung Campus Melaten, ein Verkehrschaos blieb aber aus. Nun soll der Verkehr auf der L260 während der Arbeiten für den Brückenneubau einstreifig geführt werden. „Lediglich zum Auf- und Abbau der Schalung für die neue Brücke sind nochmals Vollsperrungen am Wochenende, jedoch nur samstags und sonntags, vorgesehen“, verkündet Meyer. Die Termine würden noch bekannt gegeben.

Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf 2,1 Millionen Euro. Bis zum Frühjahr 2016 soll die dann nur noch drei Meter breite Brücke fertiggestellt sein.

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