Aachen - Meino Heyen wird mit 321-Ja-Stimmen neuer Alemannia-Präsident

Meino Heyen wird mit 321-Ja-Stimmen neuer Alemannia-Präsident

Von: Hans-Peter Leisten
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Alemannias neuer Präsident: Dr. Meino Heyen wurde gestern Abend von den Mitgliedern mit großer Mehrheit ins Amt gehoben. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Der Appell von Dr. Meino Heyen hatte nicht gefruchtet: Die Sitzreihen des Eurogress ließen gestern am späten Abend reichlich Bewegungsspielraum - und das bei einer Weichenstellung, die getrost als zukunftsweisend bezeichnet werden darf. Es ging um die neue Führungscrew des Vereins Alemannia Aachen.

Dabei hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Heyen nachdrücklich um zahlreiche Teilnahme gebeten. 458 der aktuell 8783 Mitglieder hatten sich auf den Weg gemacht. Immerhin: Am Ende wussten Dr. Meino Heyen (Präsident), Helmut Kutsch (Vize), Oliver Laven (Schatzmeister), Dr. Christoph Terbrack und Stephan Grießer (beide Beisitzer) die Mehrheit der Mitglieder mehr oder weniger hinter sich.

Zuvor zog der scheidende Präsident, Dr. Alfred Nachtsheim, eine kompakte Bilanz seines zweieinhalbjährigen Schaffens: florierende Abteilungen, ein besseres Vereinsklima und die Überwindung existenzieller Hürden der Fußball GmbH.

Und er dankte zweimal ausdrücklich seinem potenziellen Nachfolger Heyen für dessen Engagement. Der eingeforderte Applaus für dessen Tun war ein echtes Indiz für die eigentliche Abstimmung über das neue Präsidium. Indizien für eine gereizte Stimmung unter den Mitgliedern gab es nicht.

Aber auch bei einer Wahlversammlung müssen die Regularien eingehalten werden: Totenehrung, Berichte der Abteilungen, Bericht des Schatzmeisters. Dr. Karl-Theo Strepp: Der Verein hat im Jahr 2011 bei einem Umsatz von 998000 Euro einen Gewinn von 13000 Euro erwirtschaftet. Strepp: „Wir sind ein Sportverein und türmen Gewinne nicht auf, sondern investieren diese.” Die letzte Aussage Strepps, der - wie schon lange angekündigt - aufhört.

Kritische Nachfragen musste Geschäftsführer Frithjof Kraemer beantworten. Am kalkulierten Schnitt für die kommende Saison (2. Liga) von 18000 Zuschauern gab es massive Zweifel - auch wenn er bei der Deutschen Fußball-Liga eingereicht ist. Ob der Sportetat von 7,75 Millionen 2012/13 bleibt, konnte auch Kraemer nicht zusagen. Das Drittliga-Szenario wollte niemand wirklich diskutieren.

Dann trat Sportdirektor Erik Meijer ans Mikro, erinnerte fast demagogisch an vergangene Erfolgstage, holte dann überaus dünnhäutig zu heftigen persönlichen Attacken gegen Aufsichtsrat Horst Rambau („Er sticht mir ein Messer in den Rücken”) und die Aachener Zeitungen aus - und heimste großen Applaus ein.

Kritische Fragen zu seinen zahlreichen Verpflichtungen, die auf dem Platz keine Rollen spielen? So gut wie Fehlanzeige. Er will tatsächlich auch in der 3. Liga weitermachen: „Das sagt mir mein Herz.”

Dem scheidenden Präsidium wurde von den gegen 22 Uhr noch anwesenden Mitgliedern klar die Entlastung (266-Ja/83-Nein/22 Enthaltungen) erteilt, die Neuwahl folgte. Zuvor wurde Alemannia-Ikone Michel Pfeiffer zum neuen Ehrenmitglied ernannt.

Die Ergebnisse der Einzelabstimmungen: Heyen erhielt 321-Ja-Stimmen der 438 zuletzt noch abgegebenen Voten; Kutsch: 362-Ja; Laven: 260-Ja; Terbrack: 266-Ja; Grießer: 344-Ja. Die neue Mannschaft steht vier Jahre. Im Stadion werden heute Abend alle sein.
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