Mehr Sicherheit im Kinderschutz

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
Beschäftigt sich mit einem he
Beschäftigt sich mit einem heiklen Thema: Stephan Bougé ist bei der KJG für Kinderschutz zuständig. Foto; Michael Jaspers

Aachen. Stephan Bougé weiß, dass Aktionismus nicht hilft. Und passenderweise strahlt der junge Mann eine ansteckende Ruhe aus. Trotz des ernsten Themas, mit dem er sich seit September 2010 auseinandersetzt.

Es ist ein Jahr doch unvergessen, Schlagzeilen wurde geschrieben von Jugendcamps, in denen ältere Jugendliche jüngere misshandelten, in denen es zu sexuellen Übergriffen gekommen ist. Nicht in Aachen. Nicht bei der Katholischen Jungen Gemeinde, für die Bougé im Diözesanverband Aachen arbeitet. Doch überall wurde daraufhin über Kinderschutz gesprochen, über die Ausbildung von Jugendleitern diskutiert, mangelnde Vorbereitung kritisiert.

Schulungen vor den Ferienfahrten

Bei der KJG war Kinderschutz schon immer ein Thema. Das sagt Pressereferent Paul Arns. Aber im September 2010 entschloss sich die Diözesanleitung, das Thema Kinderschutz ganz konkret und formell in die Schulungen der ehrenamtlichen Mitarbeiter aufzunehmen und dafür einen eigenen Arbeitsbereich aufzubauen. Stephan Bougés Arbeitsbereich. Er bildete sich selbst entsprechend fort, um anschließend die ehrenamtlichen Schulungsteamer fortzubilden und Schwerpunkte für einen Gruppenleiterkurs zu erarbeiten.

Wenn in diesen Tagen die Planungen für die Ferienfahrten im Sommer 2012 anlaufen und die Vorbereitungen für das Herbstcamp der Mädchen voranschreiten ist das Thema aktueller denn je. „Alle Leiter, die dort mitfahren, werden ganz klar in diesem Bereich geschult sein”, erklärt Bougé. Und nachdem in dieser Woche bereits die hauptamtlichen Mitarbeiter zu dem Thema zusammensaßen, beginnt am Samstag ein Fortbildungswochenende für alle KJGler ab 16 Jahren, bei dem Bougé das Thema „Kinder und Jugendliche schützen - Prävention vor sexueller Gewalt” mit den Teilnehmern ausarbeiten wird.

„Klar ist das ein sensibles Thema”, sagt er. Es gelte zunächst Hemmungen zu überwinden, um ins Gespräch zu kommen. „Bei dem Thema muss man Raum für Emotionen lassen.” Doch Bougé und Arns sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Überall wird in Verbänden und Vereinen das Thema diskutiert. Die KJG zählte zu den ersten, die handelten. Das Ergebnis hält Bougé in der Hand. Es ist ein Faltblatt, ein Leitfaden für KJGler. Für rund 350 Gruppenleiter ab 16 Jahren. „Wir arbeiten damit daraufhin, dass es nicht zu Krisensituationen kommt. Auch wenn man das nie ausschließen kann”, sagt Bougé.

Grenzüberschreitungen erkennen

Seine Arbeit sei längst nie zu Ende. Weitere Schulungen stehen an, Bougé spricht davon präventiv zu arbeiten, Kinder zu stärken. Er tauscht sich über seine Arbeit mit dem Kinderschutzbund aus, will ein Netzwerk mit anderen Jugendverbänden schaffen. Schließlich habe alle das gleiche Ziel: Kinder schützen. „Das wird aber auch von uns erwartet”, sagt Arns. Etwa von Elternseite.

Der Leitfaden zeigt auf, wie sich Gruppenleiter bei Vorfällen verhalten sollen. Wie sie die Grenze zwischen Spiel und sexuellen Übergriffen erkennen, wie sie Nähe zwischen Jugendlichen einschätzen können.

„Klar sind das Bereiche, wo es schnell Grenzverletzungen geben kann. Deswegen wollen wir unsere KJGler nicht alleine lassen”, erklärt Stephan Bougé. Wenn es Probleme gibt, sei er für die Gruppenleiter da, sieht sich für sie - wie gesagt - in der Verantwortung. Und in Aktionismus will er dann gewiss nicht verfallen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert