Mehr Ordnungskräfte: Gegen Essen hat die Sicherheit Priorität

Von: Hans-Peter Leisten
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Für das Traditionsduell in der Regionalliga West auf dem Tivoli erhöht die Alemannia die Zahl der Ordnungskräfte von 210 auf 370. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Aachen. Vorbei die Zeiten, als eine ganze Region diesem Fußballklassiker entgegenfieberte – zumindest vorerst. Februar 2015: 30.313 Zuschauer wurden Zeugen eines Fußballfestes mit einem 1:0-Sieg. Ende Oktober: Nur noch gut 11.000 sahen zumindest ein verdientes 2:0 der Schwarz-Gelben – aber auch etliche Begleiterscheinungen, die niemand braucht.

Dazu später mehr. Und morgen? Wenn es 9000 werden, ist Alemannias Geschäftsführer Timo Skrzypski nicht enttäuscht. Beide Vereine befinden sich in etwa auf Augenhöhe im Mittelfeld, was nicht unbedingt verkaufsfördernd ist. Und doch sind die Spiele der beiden Traditionsklubs stets etwas Besonderes. Und der Aufwand im sicherheitstechnischen Bereich ist eher noch größer geworden.

Dass bei der letzten Begegnung vor allem die Fans aus dem Ruhrgebiet mit Pyros, Böllern und kaputten Sitzschalen eine hässliche Visitenkarte abgaben, kann den Alemannia-Verantwortlichen nicht trösten, denn innerhalb des Stadions ist die Alemannia Hausherr und von daher auch für die Sicherheit verantwortlich. Eine Maßnahme ist bezeichnend: „Wir haben den Bestand an Sicherheitspersonal von 210 auf 370 aufgestockt“, erklärt Skrzypski und spricht von einer „extremen Aufstockung“.

Er vertraut aber voll und ganz auf seinen Sicherheitsdienstleister „Klüh“. Der habe schon etliche brisante Derbys – in Düsseldorf und auch Duisburg – über die Bühne gebracht. Unabhängig davon hat die Alemannia in dieser Woche nochmals 470 Plakate verteilt, um Appetit aufs Spiel, das um 14 Uhr angepfiffen wird, zu machen.

Auf alles andere als einen geruhsamen Sonntag hat sich die Polizei eingestellt. „Alemannia gegen Rot Weiß Essen ist für uns immer ein Thema“, bestätigt Polizeisprecher Paul Kemen. Grundsätzlich vertrauen seine Kollegen auf das bewährte Konzept der strikten Trennung der Fan-Gruppen – was in der Vergangenheit bereits erstligatauglich war. Auch die Polizei rechnet mit 8000 bis 10.000 Zuschauern, davon 1000 bis 2000 aus Essen.

Im Verbund mit szenekundigen Kollegen will man möglichst die bekannten „Spezies“ im Blick behalten. Was aber laut Kemen nicht ganz einfach wird. Weil: „Die meisten Problemfans werden wohl individuell mit dem Pkw oder Kleinbussen anreisen – und sind dementsprechend schwer auszumachen.“ Mit Regelzügen werden in etwa 200 bis 300 Gästefans zum Westbahnhof fahren. Die Deutsche Bahn wird wie in den Vorjahren einen Sonderzug mit Platz für rund 600 Rot-Weiße einsetzen, die die Polizei sehr gut von den Schwarz-Gelben abgrenzen kann.

Was im übrigen dadurch an Brisanz gewinnt, als es klare Hinweise darauf gibt, dass die Aachener sich wie vor zwei Jahren in einem Fanmarsch zum Stadion aufmachen wollen. Im Februar 2015 zogen die Trupps vom Markt durch die Stadt, jetzt will man angeblich nur vom Ponttor Richtung Krefelder Straße gehen.

5500 Tickets waren bis Freitag verkauft. Und doch raten die Verantwortlichen, sich rechtzeitig mit Tickets zu versorgen. Ab 12.15 Uhr haben Sonntag die Kassen geöffnet – und bieten so die beste Möglichkeit, „falschen“ Fans aus dem Wege zu gehen.

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