Mehr Diebstähle: Autodiebe fahren auf Aachen ab

Von: Thorsten KArbach
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Von Autodieben in Aachen verst
Von Autodieben in Aachen verstärkt ins Visier genommen: nagelneue BMW-Modelle. Während landesweit die Zahlen rückläufig sind, werden in Aachen mehr gestohlene Fahrzeuge - aller Hersteller - gemeldet. Foto: imago/Geisler

Aachen. Während landesweit zwischen Düsseldorf und Dortmund die Zahlen rückläufig sind haben sich Autodiebe zunehmend Aachen als Revier ausgesucht. Das sagen jedenfalls vorläufige Zahlen aus: Bis zum 31. August wurden 397 Diebstähle - darunter sind 136 missglückte Versuche - bei der Polizei gemeldet.

2011 waren es im vergleichbaren Zeitraum 291 inklusive 64 Versuche. „Wir spüren einen Anstieg - gerade in den letzten Wochen”, berichtet Iris Wüster von der Pressestelle der Aachener Polizei.

Das ist eindeutig gegen den Landestrend, auch wenn dort noch keine aktuellen Zahlen für 2012 ausgegeben werden. Aber Michaela Heyer von der Pressestelle des Landeskriminalamtes betont: „Insgesamt geht die Zahl der Autodiebstähle in NRW erfreulicherweise zurück. Aachen entspricht nicht dem Trend.”

2010 wurden 8131 Diebstähle und Versuche sowie sogenannte unbefugte Ingebrauchnahmen - bei denen beispielsweise Kinder das Auto ihrer Eltern stibitzen - erfasst. 2011 waren es nur noch 7781. Und: 1992 wurden noch mehr als 25.000 Diebstähle gezählt. „Autos sind heute einfach viel besser gesichert”, erklärt dies Heyer. Auch in Aachen waren die Zahlen nach 2002 rückläufig. Bis 2008 fielen sie von mehr als 1000 auf knapp über 5000. Doch seitdem gibt es wieder einen Anstieg zu melden.

Letztlich ist es die Grenzlage die Aachen für Diebe attraktiv macht. „Es sind professionelle Banden, die sich gezielt im Grenzgebiet umschauen”, erläutert Iris Wüster. „Grenznah ist immer reizvoll. Gestohlene Autos sind schnell über die Grenze gebracht, auch wenn sie am Ende meist die osteuropäische Abtransportstrecke nehmen”, erklärt ihre LKA-Kollegin Heyer. Nicht ungewöhnlich ist es mittlerweile, dass Autos eben diese Strecke nur noch in Einzelteilen nehmen.

Hoch im Kurs sind bei den Dieben hochpreisige Automobile, für die es in Osteuropa, in Nordafrika und im Nahen Osten immer noch einen großen Markt gibt, bei dem die Herkunft eines Fahrzeugs nur eine untergeordnete Rolle spielt. Reisende Banden legen in diesen Fällen Hand an, lassen sich auch von den Sicherungssystemen der Hersteller nicht abschrecken. „Solche spezialisierten Gruppierungen sind technisch immer auf dem neuesten Stand. Das sind Profis”, berichtet Heyer. Auffällig in Aachen: Es sind auffallend viele BMW, die entwendet werden.

Die Polizei hat das Wettrennen mit den Dieben dabei längst aufgenommen - in grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Die Grenzlage soll für die Diebe kein Vorteil mehr sein. „Es gibt immer wieder Festnahmen”, sagt Wüster.
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