Aachen - Mehr Blech statt Blick auf Burtscheid? Bauprojekt erhitzt Gemüter

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Mehr Blech statt Blick auf Burtscheid? Bauprojekt erhitzt Gemüter

Von: Svenja Pesch
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Eines wurde schnell deutlich: Von den neuen Wohnbebauungsplänen am Krugenofen, Ecke Hauptstraße, sind die Nachbarn alles andere als begeistert. Die Bürgerinformation zum Bebauungsplan erhitzte die Gemüter beträchtlich.

Die Fronten scheinen verhärtet. Bereits am Anfang, als Uwe Schnuis, Stadtplaner vom Büro „Raumplan”, und Architekt Heinz Werden die Pläne detailliert erläuterten, war der Gegenwind deutlich spürbar. Doch Fakt sind bislang die Baupläne.

Auf dem Gelände der alten Fabrik Heusch soll eine Wohnanlage errichtet werden. Wo einst Präzisionsmesser für die Textil- und Lederindustrie hergestellt worden sind, sollen in Zukunft 52 neue Wohnungen mit Blick auf Burtscheid entstehen.Und genau hier war für viele Bürger das Maß voll.

Denn auf den 4400 Quadratmetern Fläche sollen insgesamt fünf vierstöckige Gebäudekomplexe geschaffen werden, die zahlreichen alteingesessenen Nachbarn die Sicht auf das Kurgebiet versperren würden. Die Kritiker fürchten zudem mehr Verkehr und dadurch mehr Lärmbelästigung.

Die L-förmige Anlage, die mittig auf das Grundstück gebaut werden soll, beinhalte zwar eine Tiefgarage, die nicht größer als 1000 Quadratmeter sein werde, aber mit 45 Stellplätzen für 52 Wohnparteien sei es offensichtlich, dass mehr Autos durch die umliegenden Straßen fahren zwecks Parkplatzsuche, so die Sorgen der Bürger.

Schnuis versucht die Bedenken ein wenig zu nehmen und etwas Klarheit ins Dunkle zu bringen: „Der Zugang zur Tiefgarage soll über die Hauptstraße gelegt werden, wo ohnehin ein starkes Gefälle besteht. Außerdem sollen Lärmschutzwände die Geräuschentwicklung mindern.”

Überdies sei die Belastung Auswertungen zufolge nicht sehr hoch. Lediglich fünf Autos pro Stunde passierten das Gebiet, und es würden sogar zusätzliche Parkplätze geschaffen.

Da konnten die Anwohner nur den Kopf schütteln. Es seien nicht nur wesentlich mehr Autos, die pro Stunde in hohem Tempo vorbeirauschten, ein weiteres Problem sei auch, dass der anliegende Kinderspielplatz durch mehr Anwohner und folglich mehr Autos zu einem Gefahrenplatz werde, erläutern sie ihr Gegenargument.

Schnuis, der zu allen Punkten Rede und Antwort stand, betonte jedoch die Vorteile dieses Projektes: „Wir wollen das Wohnen ins Zentrum bringen, damit am Stadtrand nicht noch mehr bebaut werden muss. Die Lage ist prädestiniert für eine solche Wohnanlage. Die Nähe zum Bahnhof und zur Innenstadt lockt viele Interessenten an. Der Kinderspielplatz wird eingezäunt und ein wenig verschoben. Das können wir baulich ohne weiteres machen.”

Sollten die Pläne umgesetzt werden, wäre der Baustart im Sommer 2013. Die Bauzeit würde ungefähr zwölf bis 14 Monate dauern. Doch bis dahin „muss noch eine lange Wegstrecke zurückgelegt werden”, wie Architekt Werden erklärte. Offenkundig ist nach dem Informationsabend vor allem, dass der Konsens bei weitem noch nicht gefunden scheint.

Die Pläne liegen bis Freitag, 15. Juni, montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr sowie freitags bis 15 Uhr im Foyer des Verwaltungsgebäudes Am Marschiertor, Lagerhausstraße 20, öffentlich aus. In dieser Zeit sind die Pläne auch unter www.aachen.de/bebauungsplaene abrufbar.
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