Mehr als 400 Mal endet das Gasgeben vor der Polizeikelle

Von: Oliver Schmetz
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Hier geht es lang: Alleine am Dienstagvormittag werden beim Blitzmarathon in Stadt und Städteregion – wie hier auf der Roermonder Straße in Aachen – mehr als 400 Temposünder gestoppt. Foto: Michael Jaspers
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Zur Kasse: Zehn Euro muss diese Frau zahlen, weil sie über den Bürgersteig gefahren ist. 28 Radler wurden überprüft, neun Verstöße geahndet.

Aachen. Kurz hinter der S-Kurve, durch die sich der Verkehr auf der Roermonder Straße in Laurensberg Richtung Richterich windet, wird es der Porsche-Fahrerin zu bunt. Sie tritt aufs Gas, überholt diesen lästigen Jeep, genießt wohl ganz kurz die freie Fahrt – und wird jäh von einer Polizeikelle ausgebremst.

Stimmt, ist ja Blitzmarathon, wird sie vermutlich noch gedacht haben, bevor sie das Seitenfenster herunterlässt und das Verwarnungsgeld gleich an Ort und Stelle bezahlt. 65 Stundenkilometer, wo Tempo 50 gilt – das macht 25 Euro.

Mehr als 400 Mal endet das Gasgeben an diesem Vormittag in Aachen und Umgebung vor der Polizeikelle, werden solche Rechnungen aufgemacht, die die Autofahrer begleichen müssen. 82 Kontrollpunkte werden zwischen 6 Uhr früh und 2 Uhr am Mittwochmorgen eingerichtet, mehr als 100 Polizeibeamte sind in Stadt und Städteregion mit Radarwagen und Lasergeräten im Einsatz, um zum vierten Mal mit dem Blitzmarathon ein Zeichen gegen das Rasen zu setzen, den „Killer Nummer 1“ auf deutschen Straßen. Alleine bis 14 Uhr werden dabei am Dienstag 8147 Fahrzeuge überprüft, in 403 Fällen müssen die Fahrerinnen und Fahrer wegen Verkehrsverstößen blechen. Davon verschont bleibt nur, wer in einer Extremsituation steckt wie jener Dacia-Fahrer, der ein Kleinkind mit hohem Fieber an Bord hat und deshalb etwas zu flott unterwegs ist. Da drücken die Beamten ein Auge zu und halten den Mann nicht weiter auf.

Glück hätte eigentlich auch der Autofahrer gehabt, der am Vormittag als Temposünder in Aachen den Vogel abschießt. Mit 83 Sachen brettert er über die Lütticher Straße und wäre damit nach Abzug aller Toleranzen exakt 1 km/h unter der Geschwindigkeit geblieben, bei der er den Führerschein verloren hätte. Behalten darf er den „Lappen“ trotzdem nicht. Er hat nämlich gar keinen.

Besonders vorbildlich sind die Aachener eh nicht. Während NRW-weit im Laufe von vier groß angekündigten Blitzmarathons die Quote der Temposünder laut Polizei von fünf auf drei Prozent gesunken ist, kleben die hiesigen Autofahrer – Vorankündigung hin oder her – weiter an der Fünf-Prozent-Marke. „Der Aachener ist da beharrlich“, kommentiert Einsatzleiter Bernd Kleefisch dies mit einem Schmunzeln. Die Porschefahrerin passt da ins Bild. „Auf 180“ sei die Dame gewesen, erzählt die Polizistin. die sie zur Kasse gebeten hat – weil sie ja natürlich vom Blitzmarathon gewusst habe und trotzdem hineingerauscht sei.

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