Städteregion - Mehr als 100 jugendliche Zuwanderer beweisen ihre Lernbereitschaft

Mehr als 100 jugendliche Zuwanderer beweisen ihre Lernbereitschaft

Letzte Aktualisierung:
14348304.jpg
Bestanden: Junge Zuwanderer haben vor der Kommission um den Vorsitzenden Willi Vitzer (2.v.r) ihre Sprachprüfung abgelegt. Foto: Städteregion

Städteregion. Es war erneut ein Zeichen für die Lernbereitschaft der vielen Jugendlichen, die teilweise erst vor kurzem aus völlig unterschiedlichen Teilen der Welt in die Region gekommen sind: Mehr als 100 Jugendliche haben jetzt in der Gemeinschaftshauptschule Burtscheid eine sogenannte Feststellungsprüfung in ihrer Muttersprache abgelegt.

Und alle Teilnehmer haben bestanden, rund 70 haben mit der Note „Gut“ oder sogar „Sehr gut“ abgeschnitten. Die Prüfung wurde vom Schulamt der Städteregion organisiert. Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Chance, auf freiwilliger Basis in ihrer Muttersprache beziehungsweise der Amtssprache ihres Herkunftslandes eine mündliche und eine schriftliche Prüfung abzulegen.

Bei Bestehen kann damit eine weitere Fremdsprache in der Schule ersetzt werden. In diesem Jahr wurde in 13 Sprachen geprüft: Arabisch, Dari, Farsi, Persisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch, Türkisch und Niederländisch.

Die Feststellungsprüfung bietet den jungen Leuten eine einfachere Integration in ihren neuen (Schul-)Alltag. Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren mit angestrebtem Hauptschulabschluss nach der Klasse 9 bis zur Fachoberschulreife haben sich prüfen lassen. Die jeweiligen Prüfer sind grundsätzlich Muttersprachler aus der Region. „Mit vielen arbeiten wir schon seit Jahren zusammen“, sagt Georg Frett, stellvertretender Schulamtsleiter. „Es gibt von Jahr zu Jahr nur leichte Veränderungen bei den zu prüfenden Sprachen, das Gros bleibt gleich.“

Natürlich ist der Beginn in einer neuen Kultur, in einer neuen Schule nicht einfach. Ein Problem stellen beispielsweise die unterschiedlichen Dialekte dar. „Zuhause sprechen die Jugendlichen mit ihrer Familie in Dialekten, nicht in der Amtssprache“, sagt Prüfungskommissionsvorsitzender Willi Vitzer, der auch Leiter einer Dürener Hauptschule ist.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Jürgen Rehermann führt er bereits seit etlichen Jahren den Prüfungsvorsitz. Die beiden sind ein eingespieltes Team und wissen, welche Besonderheiten nicht nur auf die Schüler, sondern auch auf die Prüfer warten: „Natürlich spielt auch Nervosität eine Rolle, aber die Ergebnisse zeigen, dass die meisten die Herausforderung exzellent meistern“, sagt Vitzer.

Die Feststellungsprüfung feiert in diesem Jahr übrigens ihren 25. Geburtstag. 1992 wurden vom Kultusministerium die „Richtlinien für die Sprachprüfung (Feststellungsprüfung) anstelle von Pflichtfremdsprachen oder Wahlpflichtfremdsprachen“ erstellt. „Dadurch ist vieles einfacher geworden für die Schüler, die ja ausnahmslos Seiteneinsteiger sind und oftmals schon mit schwierigen Schicksalen in Deutschland angekommen sind“, sagt Willi Vitzer. „Und dann ihr Strahlen zu sehen, wenn sie erfahren, dass sie bestanden haben, ist auch für uns wirklich schön.“

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert