Mehr Aachener Dächer schlucken Sonne

Von: Aljona Hartstock
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Aachen. Es gibt sie inzwischen auf den Dächern von Schulen, Sporthallen, Verwaltungsgebäuden und im Fall der neuen Feuerwache in der Stolberger Straße sogar an der Fassade: Seit 2010 wurden in Aachen 19 neue Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden gebaut.

Die Nennleistung, also die Spitzenleistung der Solaranlagen, konnte somit von 500 auf 1350 Kilowatt-Peak (kWp) gesteigert werden.

Im Rahmen des Projekts „Sonne für Aachener Gebäude” der Stadt Aachen haben Bürger die Möglichkeit, in die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf einem öffentlichen Gebäude zu investieren. Für den Nutzer wird dabei ein einmaliger Beitrag in Höhe von 50 Euro pro Kilowatt-Peak fällig. Berechnungen der Stadt zufolge rentiert sich solch eine Investition innerhalb von etwa 14 Jahren.

Das Projekt existiert seit 1996, seit dem Jahr sind 2010 neun Gebäude mit Hilfe von Privatinvestoren mit Anlagen ausgestattet worden. Dazu zählen unter anderem die Schwimmhalle West, die Sporthalle Heider-Hof-Weg und das Couven-Gymnasium; auf letzterem ist bei optimalen Bedingungen eine Stromerzeugung möglich, die theoretisch den Gesamtbedarf der Schule mit 1200 Schülern decken könnte. Ebenfalls im Jahr 2010 kam eine Kooperation mit den Aachener Stadtwerken zustande, sodass im Laufe von zwei Jahren acht weitere, durch die Stawag realisierte Projekte hinzugekommen sind.

Für die Zukunft sind weitere Projekte bereits in Planung oder befinden sich auf der Zielgeraden, so sollen beispielsweise Solaranlagen auf dem Ludwig-Forum und auf dem Geschwister-Scholl-Gymnasium gebaut werden.

So langsam gehen Ulrike Leidinger vom Gebäudemanagement der Stadt jedoch die Projekte aus. Das habe zwei Ursachen: Einerseits eigneten sich viele Flächen von vornherein nicht für den Bau einer Anlage, zum Beispiel weil das entsprechende Dach zunächst saniert werden müsste. Andererseits liege das an den rückläufigen Mitteln im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen fördert. Leidinger rechnet daher mit einem starken Rückgang der Nachfrage nach Solaranlagen zum Ende des Jahres, da der Bau zunehmend unwirtschaftlich werde.

Hinzu komme, dass Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler das EEG komplett abschaffen und durch eine neue Regelung ersetzen wolle. „Das beeinträchtigt die Planungssicherheit”, sagt Leidinger. Unterm Strich bleibt es eine politische Entscheidung.
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