Meditation und Besinnung: Nach Aschermittwoch geht‘s los

Von: Kathrin Albrecht
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Offerieren den Aachenerinnen und Aachenern ein besonderes Angebot zur Fastenzeit: Pastoralreferent Hannes Peters und Markus Offner vom Rat der Gemeinschaft der Gemeinden (links). Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ – heißt ein Karnevalsklassiker. Das Lied verweist auf das Ende der tollen Tage und den Beginn der Fastenzeit. Doch die 40-tägige Vorbereitung auf das Osterfest, die am Aschermittwoch beginnt, ist für Hannes Peters, Pastoralreferent in der Pfarrei St. Jakob, nicht nur mit Verzicht verbunden: „,Definiere deine Ziele neu’ hat der Aachener Theologe einmal im Zusammenhang mit der Fastenzeit formuliert. Dahinter steht der Aufruf zu einem spirituellen Aufbruch.“

Diesen Gedanken will die Pfarre in ihren spirituellen Angeboten zur Fastenzeit aufgreifen. Immer mittwochs können Besucher ab 19 Uhr im Chorraum der Kirche St. Jakob „Eine Viertelstunde innehalten“.

Die Meditationen sind an das Jahresthema der Misereor-Fastenaktion angelehnt: „Ich bin, weil du bist.“ In der Kirche Heilig Geist werden mittwochs ab 20 Uhr Spätschichten angeboten. Jeder Abend steht unter einem anderen Schwerpunkt. An den Fastensonntagen ist die Kirche St. Jakob in der Zeit von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

Ein Angebot richtet sich speziell an Männer: Sie sind eingeladen, vom 24. bis zum 26. März ein Wochenende in der Eifel zu verbringen. Ganz klassisch wird an Aschermittwoch auch zum Gottesdienst mit Austeilung des Aschekreuzes eingeladen (18.30 Uhr in Heilig Geist, 19.30 Uhr in St. Jakob). „Mich fasziniert immer wieder, wie beliebt gerade auch bei den jungen Menschen dieses Symbol ist“, stellt Peters fest. Denn das Empfangen des Aschekreuzes sei eine bewusste Entscheidung des Einzelnen.

„Die Fastenzeit ist eine Chance zum Perspektivwechsel“, meint Markus Offner, Vorsitzender des GdG-Rats der Pfarrei. Das Aschekreuz auf der Stirn erinnere daran, dass wir als Geschöpfe Gottes alle aus der gleichen Materie geschaffen sind. Das sei eine Grundrealität, der man sich stellen müsse. Die Ziele neu definieren, das gelte nicht nur für den Einzelnen. Auch die vier Gemeinden in der Pfarrei sind aufgerufen, zu überlegen, wie sie die Zukunft gestalten.

Dazu gibt es am 11. März das „Zukunftsforum II“: Dann sind nicht nur Angehörige der Pfarrei eingeladen, im Jakobushaus zu überlegen, wie denn das zukünftige Gemeindeleben aussehen kann. Dazu gibt der Aachener Generalvikar Andreas Frick einen Impuls: Wie leben wir unseren Glauben im Jahr 2025?

Mit dem Blick nach vorne wolle man auch bewusst die Gefahr vermeiden, im Blick zurück nur die Verluste zu beklagen. Auch Peters und Offner haben eine eigene Zukunftsvision: Eine ganz zentrale Frage ist für beide, wie „Kirchenräume“ zukünftig aussehen werden.

Der Glaube habe sich insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg grundlegend verändert. Glaube und Gemeindeleben seien bis dahin stark durch das 19. Jahrhundert geprägt, in der eine starke katholische Identität wichtig gewesen waren. Dieses Korsett, das auch eine starke soziale Kontrollfunktion beinhaltete, sei endgültig aufgebrochen. „Darin liegt auch eine Chance, denn die Leute kommen, weil sie kommen wollen,“ sagt Offner.

Die Aufgabe von Gemeinde sei es, nach den Begabungen der Einzelnen zu schauen und ihnen Raum zu geben, diese zu entfalten. Auch die Zugehörigkeit zu einer festen Gemeinde werde für die Gläubigen nicht mehr so ausschlaggebend sein. Der Austausch zwischen den Gemeinden, auch jenseits der Pfarreigrenzen, werde dabei immer wichtiger.

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