Medienentwicklungsplan für die Schulen vorgelegt

Von: Annika Kasties
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Durch Tablets und Co. soll das Schulleben interessanter und individueller werden. Symbolbild: Jaspers

Aachen. Es ist eine dünne Broschüre, doch der Prozess, der hinter den 13 DIN-A4-Seiten steckt, ist groß: Zwei Jahre lang hat die Stadt am kommunalen Medienentwicklungsplan für Aachens Schulen gearbeitet. Denn auch wenn digitale Tafeln, auch Smartboards genannt, in einigen Klassenzimmern bereits zum Standard-Repertoire gehören, ist der Einzug der Digitalisierung in Aachens Schulen vor allem eins: uneinheitlich.

Und er hängt maßgeblich vom Engagement einzelner Lehrer ab. Als Schulträger will die Stadt mit dem druckfrischen Fahrplan die insgesamt 59 Aachener Schulen, von der Grundschule bis zum Gymnasium, auf ihrem Weg in die Digitalisierung begleiten. „Wir wollen einerseits Standardisierung schaffen, insbesondere mit Blick auf den Support durch die Regio-IT, und den Schulen andererseits so viel Flexibilität einräumen wie möglich“, betonte Heinrich Brötz, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule, am Donnerstag bei der offiziellen Präsentation des – noch ganz klassisch in gedruckter Form dargelegten – Medienentwicklungsplans.

Ein zentraler Aspekt dieses neuen Plans ist, dass die technische Ausstattung einer Schule mit PCs, Beamern oder auch Smartboards fortan nicht mehr getrennt von der pädagogischen Arbeit an den jeweiligen Einrichtungen betrachtet werden soll. „Die Technik hat der Pädagogik zu folgen“, sagte Karl-Josef Mathar, Leiter der Abteilung Schule im Fachbereich Kinder, Jugend und Schule.

Deshalb sind nun auch die Schulen gefordert. Während diese bislang turnusmäßig und automatisch mit neuen Geräten ausgerüstet wurden – im kommenden Jahr sind beispielsweise die Haupt- und Realschulen an der Reihe –, müssen die Schulen nun bei Neuanschaffung zunächst ein entsprechendes Konzept vorlegen, wie besagte Medien auch sinnvoll im Unterricht genutzt werden sollen. Denn: „Der Unterricht wird nicht dadurch gut, weil er auf einmal digital ist“, so Brötz.

In Aachen gilt also ab sofort: Wer kein aktualisiertes Konzept vorlegt, erhält auch keine Ausstattung. Experten zufolge dürfte diese Marschrichtung bald sowieso alle Schulen Nordrhein-Westfalens betreffen, nämlich in Form eines Landeserlasses. Ab dem Schuljahr 2019/20 müssten dann alle Grundschulen, ab dem Schuljahr 2020/21 alle weiterführenden Schulen ein Medienkonzept vorlegen.

Bei der praktischen Umsetzung dieses Konzepts steht das Euregionale Medienzentrum den Schulen zur Seite. Dort können Lehrer verschiedene Medien austesten und als Unterstützung für den Unterricht erproben, erklärt Lara Langfort-Riepe, die das Medienzentrum seit Anfang 2016 leitet und den kommunalen Medienentwicklungsplan federführend konzipiert hat. Zudem müssten auch gesellschaftliche Aspekte der Digitalisierung individuell mit den Schulen besprochen werden: „Wie geht man zum Beispiel damit um, wenn Kinder ihr eigenes Tablet im Unterricht verwenden sollen, sich einige Familie das aber nicht leisten können?“

Am Einhard-Gymnasium, das vor zwei Jahren mit einer Tabletklasse gestartet ist, springt in diesen Fällen der Förderverein ein – noch. Denn die Verwaltung wurde beauftragt ein Modell zu entwickeln, das unabhängig von der Finanzstärke einzelner Fördervereine allen Schülern ermöglicht, ein Tablet zu nutzen. Abgesehen von solchen Überlegungen ist Oliver Frühwein, stellvertretender Schulleiter, vom Nutzen sinnvoll eingesetzter digitaler Medien im Unterricht überzeugt: „Digitale Medien werden das Lernen verändern, vor allem mit Blick auf die individuelle Förderung von Schülern.“

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