Aachen - Mataréstraße: Noch steht der Zaun im Weg

Mataréstraße: Noch steht der Zaun im Weg

Von: Thorsten Karbach
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Ein Haus mit zwei Schulen: Noch wird in der Mataréstraße in einer Katholischen und einer Montessori-Grundschule gelernt. Das ändert sich. Hürden kamen nun in den Beteiligungswerkstätten auf den Tisch. Foto: Jaspers

Aachen. Auf 313 Seiten werden die Weichen für die Aachener Grundschulen für die nächsten fünf Jahre gestellt. 114 Teilnehmer von allen 39 Grundschulen haben letzte Woche binnen fünf Tagen über den Weg, den die Schulverwaltung mit ihrem Entwurf der „Sozialraumorientierten Schulentwicklungsplanung für den Bereich der Primarstufe 2013 bis 2018“ beschreiten will, beraten.

Leiter, OGS-Koordinatoren, Elternvertreter, Lehrer und auch Sekretärinnen saßen mit Verwaltung, Schulaufsicht und Moderator Ali Döhler vom Bildungswerk in sogenannten Werkstätten zusammen, klärten offene Fragen, diskutierten Vorstellungen und Sorgen. Denn die gab es zwangsläufig, stehen doch ein paar gravierende Einschnitte in der (Grund-)Schullandschaft bevor.

Beispiel Mataréstraße: Dort wird die Katholische Grundschule geschlossen und dann Teil der Montessori-Grundschule, die sich im gleichen Gebäude befindet. Es ist eine Idee der beiden Schulen, die nun offene Fragen auf den Tisch bringen konnten: So wird der Schulhof noch durch einen Zaun geteilt, der dem Zusammenwachsen der Schulen im Weg steht. Er muss weg. Gewünscht ist auch ein gemeinsames Lehrerzimmer.

Beispiel Horbach/Richterich: Auch hier geht es um eine Art Zusammenlegung. Formal wird die Grundschule in Horbach geschlossen, um als Teilstandort der Grundschule Richterich fortzubestehen. Diese Idee kommt nicht von den Schulen – sondern aus der Verwaltung. „Die Schülerzahl ist so klein, dass wir sonst ganz schließen müssten. Und die Eltern wollen ein fußläufig erreichbares Angebot“, erklärt Elke Münich, Leiterin des städtischen Fachbereichs Kinder, Jugend, Schule. Gemeinsam wurde überlegt, wie die neue Verbindung gestaltet werden könnte.

Beispiel Driescher Hof: Die Zahl der Züge (Eingangsklassen) soll laut Entwurf von drei auf zwei reduziert werden. Allerdings zählt die Brennpunktschule, die auch gemeinsamen Unterricht (GU) von Kindern mit und ohne Behinderung anbietet, viele Seiteneinsteiger ab Klasse 2. Der Schule soll die Option bleiben, weitere Lerngruppen ab dem zweiten Schuljahr zu eröffnen.

Beispiel Passstraße: Der Entwurf sieht vor, dass die Schule zweizügig bleibt und als Brennpunkt- und GU-Schule die maximale Aufnahmezahl von 56 auf 48 reduziert. Die Schule befürchtet, dann viele Kinder abweisen zu müssen. Hier bleiben drei Optionen: Es bleibt bei zwei Zügen mit 56 Kindern. Es werden zwei Züge mit 48 Kindern. Es werden 2,5 Züge mit 48 plus dann nochmals zwölf Kinder. Doch dagegen spricht laut Münich die Raumsituation. Hier wird wohl die Politik das letzte Wort haben.

Beispiel Barbarastraße: Das Schulhaus wird wohl aufgegeben. Seit fünf Jahren ist es nur noch ein Teilstandort der Grundschule Brühlstraße und zählte für das nächste erste Schuljahr nur neun Anmeldungen. „Das reicht nicht, wir haben keine Alternative“, sagt Münich. Allerdings weiß sie auch, dass dies mancher Schulpolitiker anders sieht und ein Angebot im Quartier erhalten will. Aber von den 50 Kindern aus dem Einzugsgebiet haben sich eben 43 für Eilendorfer Schulen entschieden.

Beispiel OGS: Der Ausbau der Offenen Ganztagsschulen wird aufgrund der Nachfrage fortgeführt. Doch an vielen Standorten sind Grenzen erreicht – vor allem in den Mensen. Deren Größe basiert auf einer Annahme der Landesregierung, 25 Prozent der Kinder einer Schule würden die OGS besuchen. Doch in Aachen sind es 50, in Einzelfällen sogar 90 Prozent. „Da braucht es bauliche Veränderungen“, sagt Münich. Welche, muss die Politik entscheiden.

Ein anderes Resultat gibt es aber schon: „Sonst fühlen sich Schulen immer eher bevormundet. Hier wurden und werden sie mitgenommen“, betonte Ali Döhler.

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