Aachen - Masterplan statt Schneechaos

Masterplan statt Schneechaos

Von: Sarah Sillius
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Klar, man kann den Schnee nicht abschaffen. Aber man kann ihn ebenso wenig unter den Teppich kehren - auch wenn er gerade dem Regen gewichen ist. Das meinen Michael Servos, verkehrspolitischer Sprecher der SPD, und Pressesprecher Claus Haase.

Deshalb beauftragen die beiden im Namen der SPD-Fraktion die Verwaltung, einen „Maßnahmenplan Wintereinbruch” zu entwickeln. „Wir sollten davon ausgehen, dass es so einen heftigen Winter in Zukunft häufiger geben wird”, sagt Servos. „Die Mitarbeiter des Stadtbetriebs haben tolle Arbeit geleistet, sie haben alles Menschenmögliche getan”, betont Haase. Doch selbst die engagierte Arbeit des Stadtbetriebs reiche nicht aus, um einer solchen Situation Herr zu werden. Auch nicht die Solidarität, die an den vereisten Tagen unter den Menschen zu spüren gewesen sei.

Aseag notfalls mit Schneeketten

Deshalb soll ein Masterplan gegen eine weitere mögliche Winterstarre her. Der soll im besten Fall ermöglichen, dass auch ältere und behinderte Menschen mobil bleiben, dass sie Fußwege und Haltestellen passieren können.

Nach Meinung der SPD sollte die Aseag zumindest die Hauptstrecken befahren können - wenn nötig mit Schneeketten. Auch darüber, wie die Bushaltestellen verlässlicher geräumt werden können, müsse sich die Stadt Gedanken machen. Der Dezember habe gezeigt: Die Eigentümer können das im Alleingang - zumindest nicht alle - leisten. Servos und Haase stellen sich vor, dass temporär Einbahnstraßen ausgewiesen werden, bevor die Nebenstraßen durch Schneehaufen zur Einspurigkeit verdammt sind. Landwirte, Bauunternehmen und Lohnunternehmen sollten enger zusammenarbeiten.

„Es gab zwar Kooperationen, aber die waren nur auf einen Standardwinter ausgerichtet”, sagt Servos. Den Sozialdemokraten schwebt außerdem vor, Abladeflächen für den Schnee zusammen mit Landwirten auszuweisen. „Der Stadtbetrieb braucht außerdem eine neue Fläche, um ein zusätzliches, größeres Streusalzlager auf seinem Gelände zu bauen”, findet Haase.

Wichtiger Bestandteil der Überlegungen ist die bessere Information der Bürger. Eine Broschüre könne darüber aufklären, welche Rechte und Pflichten Bürger bei starkem Schneefall haben und wie sie Dachlawinen oder Eiszapfen ohne Gefahr loswerden können.

Einen solchen Maßnahmenplan könne man natürlich nicht übers Knie brechen. Die Vorschläge sollten in aller Ruhe zusammengetragen werden, meinen die Ratsherren. „Dabei kann man auch Kontakt mit Gemeinden aus dem süddeutschen Raum aufnehmen, die mit Schneemassen mehr Erfahrung haben.”
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