Master-Studenten in der Grundschule: Studie über gemischte Jahrgänge

Von: Lars Odenkirchen
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Aachen. Ulrich Nellessen ist schon jetzt sehr gespannt. „Es ist für uns sehr interessant, bald einmal einen prüfenden Blick von außen zu haben, um zu sehen was wir gut machen und was besser werden muss”, berichtet der Konrektor der Grundschule am Höfling.

Seit mittlerweile fünf Jahren bietet die Burtscheider Schule den Unterricht mit gemischten Jahrgangsstufen an, bei dem Erst- bis Viertklässler gemeinsam in eine Klasse gehen und lernen, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Von Eltern, Lehrern und auch weiterführenden Schulen hat die Grundschule bisher positive Rückmeldungen erhalten, doch eine wissenschaftliche Untersuchung zur neuen Unterrichtsform gab es noch nicht.

Dank zweiter Master-Studentinnen der Katholischen Hochschule Aachen soll sich dies nun ändern. Viviane Thoma und Aynur Özdemir, die zu den ersten Studierenden des neuen Masterstudiengangs „Bildung und Integration” gehören, nehmen sich im Rahmen eines Forschungsprojekt aller Dritt- und Viertklässler der Grundschule an und untersuchen, wie effektiv dort das neue Lernmodell funktioniert.

„Wir richten dabei den Blick auf die Kinder, nicht auf Eltern und Lehrer”, erklärt Aynur Özdemir. „Dazu haben wir zunächst die Klassen anhospitiert und vier Schülerinnen und Schüler interviewt. Momentan arbeiten wir an einer Methode, um alle Schüler in Gruppeninterviews zu befragen”, erläutert Viviane Thoma.

Im Oktober möchten die Studentinnen die Ergebnisse ihrer Studie präsentieren, und so Auskunft über die sozialen und methodischen Kompetenzen der Schüler aus den jahrgangsgemischten Klassen geben. Schulleiterin Anita Groß erwartet die Ergebnisse zuversichtlich.

„Vom Leistungsniveau gibt es vielleicht keine großen Unterschiede zum normalen Unterricht”, erklärt die Leiterin, „aber auf sozialer und methodischer Ebene sind die Schüler sehr kompetent.” Was Özdemir und Thoma bislang herausgefunden haben, scheint diese Einschätzung zu bestätigen. „Ein Viertklässler hat uns zum Beispiel gesagt, dass er bei einem Vortrag ja auch darauf achten muss, dass die Erstklässler auch alles verstehen. Das ist doch bemerkenswert”, findet Viviane Thoma.

Die Dekanin des Fachbereichs Sozialwesen, Professor Dr. Marianne Genenger-Stricker, kann sich schon jetzt eine weitere Kooperation mit der Grundschule vorstellen: „Unser Masterstudiengang ist sehr forschungsbezogen. Nach den bisherigen Erkenntnissen bietet es sich an, einige Folgeprojekte anzuhängen, etwa um die Rolle der Lehrer im neuen System zu untersuchen.”
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