Aachen - Marode Stadt: 35 Millionen Euro für Reparaturen nötig

Marode Stadt: 35 Millionen Euro für Reparaturen nötig

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Ein Flicken hier, ein bisschen Farbe da, eine Kelle Putz dort - und am Ende hat man marode Gebäude. Das hatte die Hochbauverwaltung der Politik schon vorhergesagt, als diese in den 1990er Jahren anfing, die Geldtöpfe für die Bauunterhaltung aus Spargründen zusammenzustreichen.

Der Punkt, an dem man sich nun ernsthafte Sorgen um die 186 nicht-schulischen Gebäude der Stadt machen muss, ist längst gekommen. Kitas warten ebenso auf Handwerker wie Feuerwachen, Sporthallen, Kulturhorte, Verwaltungsbebäude, Sozialeinrichtungen und Miet- und Pachtobjekte.

Das Gebäudemanagement ist derzeit dabei, an allen diesen Gebäuden die Schäden aufzulisten. Diese Liste ist lang. Nach derzeitigen Berechnungen werden für die nötigen Reparaturen mehr als 35 Millionen Euro benötigt.

Mittlerweile hat auch die Politik erkannt, dass es so nicht weitergeht. Zwei Millionen Euro hat sie pro Jahr in den Haushalt gestellt - allerdings, als sich die aktuell wieder miserable Haushaltslage noch nicht abzeichnete.

Bis alle heute bekannten Schäden abgestellt sind, dauert es demnach 18 Jahre. Bei den knapp 160 Schulen ist man da schon ein Stück weiter, weil ein Sanierungsprogramm seit einigen Jahren läuft. Nach diesem Vorbild und nach Prioritätenlisten soll nun auch beim Rest der städtischen Gebäude vorgegangen werden, bevor diese existenziell schweren oder gar irreparablen Schaden nehmen.

Mit über sieben Millionen Euro nehmen dabei die Schäden an den Außenhüllen den größten Posten ein, gefolgt von maroden Abwassersystemen (knapp vier Millionen Euro) und alten Heizungen (drei Millionen Euro. Die Prioritäten setzt das Gebäudemanagement natürlich da, wo ansonsten vielleicht gar die Nutzung eines Gebäudes eingeschränkt werden müsste. So ist es einer Vorlage für den zuständigen betriebsausschuss zu entnehmen.

Am stärksten betroffen von Schäden sind umgerechnet die Sportstätten mit knapp 153 Euro Reparaturbedarf auf jeden Quadratmeter. Es folgen die Kindertagesstätten mit rund 119 Euro pro Quadratmeter. Ebenfalls viel zu tun gibt es in den Feuerwachen mit knapp über 100 Euro pro Quadratmeter.

Das alles, betont das Gebäudemanagement „ausdrücklich”, bezieht sich nicht auf vielleicht gewünschte Modernisierungen, sondern alleine auf die Instandhaltung nach bauphysikalischen Gesichtspunkten und Gesetzeslage. Ausgenommen worden sind überdies vorerst zwei Gebäude: das ehemalige Gesundheitsamt an der Hackländerstraße sowie die OT Talstraße samt der Lagerhalle. Beiden Häuser haben alleine schon einen Sanierungsbedarf von je 2,5 Millionen Euro. Darüber soll gesondert beraten werden.
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