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Markt: Fettdonnerstag fällt flach

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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Abgesagt: Die Oecher Penn feiert Fettdonnerstag nicht mehr – wie hier 2012 mit Prinz Rainer – vor dem Rathaus, sondern konzentriert ganz sich aufs Katschhof-Partyzelt. Foto: Andreas Steindl
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Keine Bühne, keine Zugangsschleusen, kein Alkoholverbot: Das Sicherheitskonzept für den Marktplatz ist nach sechs Jahren passé. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Und Abmarsch: Fettdonnerstag auf dem Aachener Markt fällt dieses Jahr flach. Jahrelang war vor dem Aachener Rathaus pünktlich um 11.11 Uhr der Straßenkarneval eröffnet worden.

Auf der Bühne der Stadtgarde Oecher Penn übernahm der Prinz traditionell das Regiment des Oberbürgermeisters – mit viel Tschingderassabum unter freiem Himmel und vor bis zu 2000 bunt kostümierten Jecken, die zuvor an Sicherheitsschleusen rund um den Markt akribisch auf alkoholische Mitbringsel durchsucht worden waren. Damit ist jetzt Schluss. Die Oecher Penn verzichtet auf den traditionellen Open-air-Auftakt und konzentriert sich ganz auf ihre „Altweiber-Party“ im Penn-Zelt auf dem Katschhof. Ab 10.30 Uhr geht dort am 27. Februar ein pratschjeckes Programm mit den Live-Bands „Wallstreet“ und „Night in Paris“ über die Bühne.

Symbolische Schlüsselübergabe

„Unser neues Konzept zum Fettdonnerstag wollen wir am 14. Februar vorstellen“, erklärte Penn-Presseoffizier Oliver Klöcker am Dienstag auf AZ-Anfrage. „Dann gibt‘s alle Details“, fügte er hinzu. Wahrscheinlich wird es nur eine symbolische Schlüsselübergabe von Oberbürgermeister Marcel Philipp an Prinz Bernd I. am Rathaus geben, dann soll der Tross samt Garde Richtung Zelt ziehen.

Aber schon jetzt ist klar, dass offenbar nicht alle Beteiligten mit dem Open-air-Auftakt auf der Marktbühne glücklich waren. Auf den aus Sicherheitsgründen in den vergangenen sechs Jahren geradezu hermetisch von Ordnungskräften abgeschirmten Marktplatz fanden zuletzt immer weniger Narren. Dafür stiegen wegen des personalaufwendigen Sicherheitskonzepts die Kosten. So hatte man zwar das früher übliche Scherbenmeer nach ausufernden Fettdonnerstags-Orgien trockengelegt, aber viele – vor allem junge – Narren blieben dem nunmehr streng überwachten Marktplatz fern. Sie suchten sich andere Orte in der Stadt, um ohne Überwachung und verordnete Promillebremse zu feiern.

Ganz ohne Sicherheitsschleusen strömten unterdessen immer mehr Narren an Altweiberfastnacht zur Open-air-Bühne der Öcher Spritzemänner vor das Jonastor in Burtscheid und zur Tropi-Garde auf den Münsterplatz. Auch darunter litt der Open-air-Auftakt der Penn.

Ob nun ohne Marktbühne und Sicherheitsschleusen – wie vor Jahren – wieder das junge Partyvolk hordenweise am Markt einfällt, bleibt abzuwarten. Die Stadt hat aber bereits signalisiert, dass man frühere Ausnahmezustände mit Dutzenden Alkoholleichen und einem Scherbenteppich aus zerborstenen Bierflaschen keineswegs zulassen will. „Wir werden in voller Stärke vor Ort sein“, kündigte Ordnungsamtschef Detlev Fröhlke auf Anfrage unserer Zeitung an. „Auch wenn keine Veranstaltung auf dem Markt über die Bühne geht, gilt dem Platz natürlich unsere besondere Aufmerksamkeit, damit sich Szenen wie vor dem Jahr 2008 nicht wiederholen“, sagte er. Und fügte hinzu: „Ich bin zuversichtlich, dass wir 2014 einen genauso fröhlichen wie friedlichen Fettdonnerstag feiern können.“

2013 hatten zwölf Mitarbeiter des Jugendamtes, 20 Kräfte des Malteser Hilfsdienstes, 30 private Sicherheitskräfte und bis zu 100 Polizisten das karnevalistische Treiben auf dem Markt im Visier. Dieses Jahr sollte es deutlich ruhiger werden.

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