Aachen - Marketing für Aachen: Großer Karl und ein giftiger alter Fritz

Marketing für Aachen: Großer Karl und ein giftiger alter Fritz

Von: Matthias Hinrichs
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Aachen. Der große Auftritt – wie immer er am Ende ausfällt – steht alsbald ins Aachener (Rat-)Haus, die städtischen Zugpferde in Sachen Außenwerbung quasi gestriegelt und gespornt in den Startlöchern – damit zum 1200. Todestag des Stadtpatrons alles andere als Leichenstarre den ehrwürdigen Pfalzbezirk durchwehe. Doch siehe: Mit den ambitionierten PR-Projekten anno 2014 wächst die Nervosität.

 Fein zu beobachten war das am Mittwochabend, als Vertreter des „Fachbereichs Presse und Marketing“ im Hauptausschuss des Rates zunächst ganz allgemein über jüngste Anstrengungen referierten, der Kaiserstadt ein kongeniales „Standing“ im berühmt-berüchtigten öffentlichen Bewusstsein zu verschaffen. Der Vortrag von Dr. Jutta Bacher erntete viel Lob. Und wurde von einigen als Steilvorlage genommen, einen prominenten Kritiker (vermeintlich) konservativer Verschnarchtheit mit der rhetorischen Peitsche zu traktieren – wie du mir, so ich dir...

Besagter Mensch heißt Pleitgen, Fritz Pleitgen, war mal Intendant des mächtigen WDR – und ist bekanntlich jüngst hart ins Gericht gegangen mit den Gralshütern hiesiger „Highlights“, allen voran der Verleihung des Karlspreises zu Aachen. Die Retourkutsche nahm – in Gestalt des weniger beeindruckten als schwer schmollenden SPD-Fraktionschefs Heiner Höfken – kurz, aber heftig Fahrt auf: „Wir sollten nicht einem alten Mann auf den Leim gehen, der sein Gift verstreut“, konterte Höfken (Jahrgang 1944) kühn.

Damit war natürlich nicht der große Franke gemeint, sondern eben der, pardon: alte Fritz (Jahrgang 1938). Schließlich, sekundierte die CDU, sei die Karlspreisverleihung alles andere als irgend ein PR-Gag, sondern eine seriöse Veranstaltung, bei der es auf Inhalte ankomme und die „keinen Platz hat für jodelnde Moderatoren oder steppende Pudel“ (Ratsherr Harald Baal). Geschenkt, der wackere Widerspruch erntete keinen Widerspruch. Herr Pleitgen konnte mangels Anwesenheit ja nicht nochmal vom Leder ziehen – weitere heitere Debatten gleichwohl nicht ausgeschlossen.

Durchaus präsent sind unterdessen die Fans des famosen Festängs für den Frankenfürsten. Schon jetzt. Manches Hotels, versicherte Werner Schlösser vom „aachen tourist service“, erfreuten sich für Sommer 2014 größerer Auslastung als je zuvor. 350 Führungen durch die großen Ausstellungen seien bereits gebucht. Schlösser: „Der Kalender füllt sich in unglaublichem Tempo – wir könnten ein Luxusproblem bekommen.“

Das eine oder andere Eintritts-Ticket wird man indes selbst Pleitgen nicht vorenthalten – sozusagen statt Nachkarten, oder?

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