„Maria im Tann” wird 100 Jahre alt

Von: Thomas Kreft
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Aachen. Gesundheit und Erziehung, das sind die beiden Begriffe, die die wechselvolle Geschichte des heutigen Kinderheimes „Maria im Tann” umfasst. Sie begann 1909 mit zwei Genesungsheimen im Aachener Wald in Bildchen.

Dieses Jubiläum wird nun gefeiert. Der Historiker Dr. Holger Dux hat dazu eine Ausstellung erarbeitet, die Heimdirektor Stefan Küpper am Samstag in der ehemaligen Kapelle eröffnete. Der Andrang war groß. Auch etliche Lokalrepräsentanten waren erschienen - Bürgermeisterin Astrid Ströbele, Dompropst Helmut Poqué, die OB-Kandidaten Marcel Philipp, Karl Schultheis und Georg Helg, um einige zu nennen.

Bürgermeisterin Ströbele würdigte in Vertretung des OB das 23-jährige Wirken von Direktor Küpper sowie „die hohe Kontinuität der Mitarbeiter”. Die Arbeit entspreche nicht mehr den alten Vorstellungen von Heim. Die Institution richte sich nach den Problemen der Kinder und nicht umgekehrt. Ausstellungskurator Dux erläuterte in einem Vortrag das Ergebnis seiner Forschungen. Das Archivgut sei mager, resümierte er, die hoffnungsvollen Verwaltungsberichte hätten außer zwei Fotos und drei Grundrissen nicht viel hergegeben. Deshalb habe er Zeitzeugen gesucht und auch gefunden, die Etliches erzählten.

Die Geschichte der vielen Gebäude am Backertsweg ist verwirrend. Zunächst entstanden das Frauengenesungsheim, das heute Verwaltungsgebäude des Kinderheims ist, und das Männergenesungsheim, das 1936 Volksschule wurde, nachdem für Männer keine so große Nachfrage nach Kuren bestand. Die mussten nach Krankenhausaufenthalten schnell wieder an die Arbeit. Die erste Schule in Bildchen war im Haus Lütticher Straße 521 eingerichtet, 1971 ging die jetzige Grundschule in Betrieb. Das Männergenesungsheim nahm dann die Behindertenschule auf. Ihr folgte die Jugendberufshilfe.

Die Unterbringung in den Genesungsheimen erfolgte in zwei Klassen: in Zweibettzimmern für Beamte und Selbstständige sowie in Vier- und Sechsbettzimmern für die Arbeiterschicht. Immerhin waren die Betten durch Vorhänge abgeteilt. Noch vor dem ersten Weltkrieg kam das Talbot-Kindererholungsheim hinzu. Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Schwestern das Kinderheim Maria im Tann aufbauten, Haushaltsschule.

Die Häuser besaßen Hauskapellen, das gehörte bei Krankenhäusern dazu. Doch 1930 wurde die zweischiffige Kirche mit dem Eckturm geweiht, in der die Ausstellung untergebracht ist. Sie wurde entwidmet, nachdem 1976 im Preuswald das Gemeindezentrum geweiht worden war. Dort befindet sich jetzt der 1930 von Luise Westermayer für das Kinderheim gemalte Marienaltar.

Weitere Ausstellungstermine sind am 29./30. August und am 5./6. September. Der Eintritt ist frei. Der Marienaltar im benachbarten Gemeindezentrum ist stets sonntags (außer 30. August) vor und nach dem Gottesdienst, der um 9.30 Uhr beginnt, zu besichtigen.
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