Marcel Philipp in Prag mit Kulturpreis Karl IV. geehrt

Von: Bernd Büttgens
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Hohe Auszeichnung für den Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp in Prag. Den Kulturpreis Karl IV. überreichte die Vorsitzende des Kulturvereins Aachen–Prag, Vera Blazek, in der Kirche St. Maria Himmelfahrt und Heiliger Karl der Große. Foto: Bernd Büttgens
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Hoher Besuch bei der Preisverleihung: Unter anderem ehrten den Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp der Erzbischof von Prag, Dominik Kardinal Duka, und der Prager Oberbürgermeister Dr. Tomas Hudecek. Die Aachener Europaabgeordnete Sabine Verheyen (rechts) sprach ein Grußwort. Links im Foto: Bernd Büttgens
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Eine große Gruppe Aachener begleitete Oberbürgermeister Marcel Philipp am Wochenende nach Prag, wo er mit dem Kulturpreis Karl IV. ausgezeichnet wurde. Der Kulturverein Aachen-Prag zeigte sich als perfekter Organisator einer Kulturreise. Das Gruppenbild entstand vor der deutschen Botschaft in Prag.

Aachen. Macht der Aachener Oberbürgermeister eine Reise nach Prag, was erwartet ihn dort? Karl! Natürlich Karl, will man sagen. Marcel Philipp, begleitet von einer kleinen Rats- und Stadtdelegation und fast 50 Freunden des Kulturvereins Aachen-Prag, konnte in der tschechischen Hauptstadt sehr deutlich machen, dass Karl in diesem Jahr aber nicht immer gleich Karl sein muss.

Denn am Wochenende wurde der Erste Aachener Bürger mit dem „Kulturpreis Karl IV.“ an historischer Stätte ausgezeichnet. Ein Karlspreis der anderen Art. An Bedeutung legt der vom Kulturverein Aachen-Prag 2010 gestiftete Preis von Jahr zu Jahr zu. Ganz im Sinne Karls IV., so sagte es Vera Blazek, die engagierte Vorsitzende des Vereins bei der großen Feier in der Kirche St. Maria Himmelfahrt und Heiliger Karl der Große (da ist er dann doch!), richtet sich der Preis auf die Förderung der Kultur, Kunst und Wissenschaft. Und der Begegnung.

Philipp bekam diesen Preis für seinen Beitrag zur stetig wachsenden Freundschaft zwischen den Krönungsstädten Prag und Aachen. Seine Herzlichkeit und die immer aufs Neue gezeigte Gastfreundschaft, die tschechische Gäste in Aachen erfahren dürften, seien vorbildlich. So sagte es der emeritierte Rektor der Technischen Universität Prag, Professor Vaclav Havlicek, der eine sehr herzliche Laudatio hielt.

„Es ist zu spüren, dass es Marcel Philipp ein Herzensanliegen ist, die historisch bedeutenden Beziehungen zwischen den beiden bedeutenden Städten in Erinnerung zu rufen, zu beleben und gleichzeitig nachhaltig und ganz praktisch für einen Austausch zu werben“, sagte der Laudator, dessen Worte der Aachener Historiker und Jury-Sprecher Professor Harald Müller ins Deutsche übersetzte.

Es war ein feierlicher und beeindruckender Rahmen, den der Kulturverein Aachen-Prag für den Festakt setzte. Und verblüffend war nicht zuletzt für den Aachener Oberbürgermeister, welche Resonanz die Preisverleihung an der Moldau erfuhr. Nicht nur sein Amtskollege Dr. Tomas Hudecek nahm sich reichlich Zeit, er verstand es auch, das Verhältnis Prag-Aachen locker zu kommentieren: „Sie und ich, wir haben beide unseren Karl – das verbindet ungemein!“

Auch Dominik Kardinal Duka, der Erzbischof von Prag, war gekommen. Er grüßte den Aachener Generalvikar Manfred von Holtum herzlich und erinnerte sich in seiner Ansprache an seine Besuche „im prächtigen Aachener Dom, den Karl der Große gründete. Der Vater unserer Nation, Karl IV., hat sich Karl und Aachen zum Vorbild genommen.“

Marcel Philipp, reichlich mit Applaus und Anerkennung geehrt, würdigte in seiner sehr persönlich gehaltenen Dankesrede die Arbeit von Vera Blazek und dem Kulturverein „als große Chance für die Europastadt Aachen“. Als Oberbürgermeister nehme er die Auszeichnung gerne stellvertretend für die Aachener an, „die sich einfangen lassen von dem Wert, den das Wissen über Kultur und Herkunft, über unsere europäischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede hat“.

Karl IV., so Philipp, habe unter anderem den Bau der Chorhalle des Aachener Doms, deren 600. Geburtstag gerade ansteht, inspiriert. Er habe die Goldene Bulle erlassen, die Prager Universität gegründet, es sei faszinierend, sich mit einer solchen Persönlichkeit auseinanderzusetzen und Bezüge aufzuzeigen, die europäische Geschichte lebendig werden lassen: an der Basis, im Austausch und in der Begegnung. „Und dafür ist der Kulturverein das beste Beispiel.“

Die Aachener Reisegruppe wurde mit offenen Armen in Prag empfangen. Ob in der deutschen Botschaft, die vor 25 Jahren jüngere europäische Geschichte schrieb, als tausende DDR-Flüchtlinge von dort aus in die Freiheit gelangten. Oder bei Empfängen und Besuchen zwischen Wenzelsplatz und Prager Burg. „In solchen Begegnungen wächst Europa“, sagte Philipp bilanzierend.

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